sauba.dableckt

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  • Hallo zusammen,

    gibt es im Forum Interesse am Thema „Rechtsstreit im Schwimmteichbau“?

    Unser "Schwimmteich-Report":

    -06/2014: Errichtung eines Schwimmteichs (Betonschalung) der Kategorie IV nach der Manzke Funktionsbauweise durch die Firma R. aus F.
    (bei Passau). Der Schwimmbereich misst 11 × 3,75 m und ist bis zu 200 cm tief.

    - 05/2015: Im Zuge exzessiver Algenbildung muss bereits im ersten Frühjahr nach der Abnahme eine intensive Teichreinigung mit kompletten Ablassen des Teichwassers - auf Kosten der Kunden - vorgenommen werden. Dennoch kommt es in der laufenden Saison 2015 in kürzester Zeit wiederum zu starker Algenbildung an Folie und in beiden Regenerationsbereichen.

    - 2016 kommt zur gewohnten Algenbildung eine jetzt irreversible bräunliche Korrosion der Folie dazu, was zu einem maximalen täglichen Pflegeaufwand führt, um die Beläge mit den daran immer fester haftenden Algenteppichen einigermaßen in den Griff zu bekommen.

    - 2017: Der Schwimmteich ist jetzt nur noch durch wiederum tägliches Abfischen der Algenteppiche und Abbürsten der Folie sowie kiloweisem Einsatz von Aktiv-Sauerstoff benutzbar; nach der Rückkehr aus unserem Sommerurlaub ist der Teich definitiv umgekippt und wird nach Beweisaufnahme durch einen jetzt eingeschalteten Gutachter (seitens der DGfnB empfohlen) im November abgeschaltet.

    - 12/2017: Im Mängelprotokoll rügt der Gutachter u.a. die Hydraulik der Anlage, den Einbau der Folie mit der rauen Seite zum Wasser (!), die fehlerhafte Planung mit mangelhafter bautechnischer Trennung zwischen Schwimmteich und Restgarten usw. und so fort; laut Gutachten fallen für die Sanierung des Schwimmteichs Kosten in Höhe von 45.000 € an. Eine Mediation, initiiert durch den Gutachter, scheitert aufgrund des „Angebots“ von Herrn R. (Firma R.): Dieser erklärt, seinen nicht funktionierenden Schwimmteich für ein "Upgrade" von 35.000 € zu sanieren.

    - 03/2018: Im März wird jetzt ein Fachanwalt eingeschaltet; dieser setzt der Firma R. eine letzte Frist, sämtliche im Gutachten gerügten Mängel zeitnah zu beseitigen; Als „Goodwill“ für eine außergerichtliche Einigung wird unsererseits eine pauschale Beteiligung an den Sanierungskosten von 10.000 € zugesagt.

    - 04 -08/2018 Hinhalten seitens der Firma R. über dessen Anwalt

    - 08/2018: Einreichen der Klage wegen Vorschuss zur Mangelbeseitigung und Schadenersatz, Streitwert 66.000 Euro

    - 10/2018 2018 Klageerwiderung durch den Anwalt der Firma R.

    - 11/2018 „Replik“ auf die Klageerwiderung durch unseren Anwalt

    - 12/2018: Beweisbeschluß durch das Landgericht: der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige W. wird mit der Erstellung des Gerichts-Gutachtens beauftragt.

    01/2019: Der Gutachter hat sich für Ende April – in den Osterferien – angekündigt.

    06 - ?? 20??: Stellungnahme des Gutachters, ggf. Einwände und nochmalige Ortsbegehung, mündliche Verhandlung, Revision.......




    Fazit: Für einen Schwimmteich der Kategorie IV mit Kosten im hohen fünfstelligen Eurobereich konnten wir ein funktionierendes Badegewässer erwarten. Dies war aber zu keinem Zeitpunkt der Fall. Die Firma R. wurde von Anfang an über viele Telefonate und E-Mails über die Problematik des Schwimmteichs - und hier insbesondere über die viel zu hohen Phosphatwerte - auf dem Laufenden gehalten. Eine Lösung hierfür hat Herr R. zu keinem Zeitpunkt gefunden. Wir waren ihm mit unseren Problemen einfach lästig geworden.

    Als Ausdruck der Hilflosigkeit wurde u.a. ein „Upgrade“ auf das Konverter Systems der Firma Biotop - dessen Lizenznehmer Herr R. zwischenzeitlich geworden war – für einen fünstelligen Betrag angeboten. Als vorläufigen Höhepunkt sehen wir die Aussage von Herrn R. aus dem August 2018 zur Phosphatproblematik: hier behauptet er allen Ernstes (per E-Mail) dass "von dritter" Seite bewusst Rasendünger in unseren Schwimmteich gekippt wurde (!!!).

    Fazit: Ein Rechtsstreit im Schwimmteichbau erfordert vor allem Geld, viel Zeit und noch mehr Nerven. Unabhängig vom Ausgang des Rechtsstreits müssen wir für die Sanierung jetzt mit einem hohen fünfstelligen Betrag in Vorleistung gehen, um zumindest in diesem Jahr nicht wieder - wie im Jahrhundertsommer 2018 - ständig in eine grüne Brühe neben unserer Terrasse zu schauen.

    Übrigens ist eine Umwandlung des Schwimmteichs in einen Chemie – oder auch Salzwasserelektrolyse-Pool bei einer Vorschuss-Klage nicht mehr zulässig.