Bogensiebfilter vs Skimmerfilter

  • Ich sehe schon, trotz vielen Monaten des Lesens und nun auch Bauens - man lernt nicht aus ;-)


    So in Gänze habe ich denke ich immer noch nicht verstanden, was du denn nun alles einsetzt / wie du was filterst. Vor allem nicht, wo da nun insgesamt weniger Kosten und weniger Aufwand sind.


    Warum ist "Dein" System besser als das BSF - Strumpf - Kies System, das Grundlage der Teiche der meisten Foristen hier ist? Billiger (China-Pumpen und -Siebe kannst du hier ja auch einsetzen), wartungsärmer (wie arm? ), nachhaltiger, optisch schöner, bessere Wasserqualität - wo denkst du liegt der Vorteil?

  • In meinem zweiten Beitrag wollte ich noch auf den berechtigten Einwand von Felix_Family eingehen. Zwischenzeitlich hat mein Fähnerich Kotzbrocken die Sachlage aber schon ganz gut erklärt.


    Es ist nicht notwendig, dass bei der Vorfiltrierung auf eine extrem niedrige Filterschärfe geachtet werden muss. Diese Vorgaben sind in Filterketten sinnvoll, wie sie in Koiteichen benutzt werden. Hier gibt es vergleichsweise kleine nitrifizierende Filter, die weeeeit unter dem Volumen und der Besiedlungsfläche eines bepflanzten Kiesfilters liegen. Die mechanische Vorfiltrierung bei einem Schwimmteichfilter hat die Aufgabe, die Schlitze der Auströmerrohre vor Verstopfung zu schützen und den Biofilter von organischer Schmutzfracht zu entlasten. Diese Funktion muss man aber nicht bis in die Filterschärfe zur Klarwassererzeugung treiben. Absterbender Biofilm erzeugt mehr Sediment im Kiesbett als die restlichen Partikel, die dort über den Wasserverteiler ankommen.


    Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass sich bei einigen die Filterbeutel derart schnell zusetzen. Das zeigt wieder mal, dass man über eigene Tests nie das ganze Spektrum unterschiedlicher Teichbedingungen nachbilden kann. Es gibt aber schon eine Lösung, die vorraussichtlich in der kommenden Woche angeboten wird. Die alternativen Beutel filtern nicht über die feinen Gewebemaschen, sondern fangen die Partikel über das Faserball-Medium im Beutel und haben ein schmutzabweisenderes Material. Die Maschenweite ist größer. Dadurch werden die Filterintervalle verlängert. Die feinen Filterbeutel gibt es weiterhin für alle, die keine Probleme mit kurzen Reinigungsintervallen haben. Für die neuen Beutel musste die Fließrichtung im Biofloweingang geändert werden. Das macht den Wasserverteiler etwas teurer. Wer einen bestehenden Bioflow umrüsten möchte, bekommt den neuen Wassereingang zum Sonderpreis in Höhe des Differenzbetrages.

    Gibt es zu alternativen Beuteln schon eine weitere Info? Ich muss z.Zt. täglich die Filterbeutel (100my) auswaschen, da der Biofilm die Durchlässigkeit so stark verringert, dass sich die Beutel wie Luftballons aufblasen....

    Auch wenn die Frage nicht "geschäftsfördernd" ist: Wie groß ist der Einfluss der Beutel im Bioflow? Wenn ich sie auswasche habe ich geringe Spuren von Mulm/ Algen in den Beuteln - wird sich der Kiesfilter ohne Beutel schneller zusetzen bzw. die Filterfunktion schneller verlieren?

  • Nachdem in der Vergangenheit das komplett ohne die Strümpfe gemacht wurde gehe ich mal davon aus, dass es nicht zu schlimm ist, wenn Du die Strümpfe einfach rausnimmst, bis die neuen verfügbar sind.

    Das habe ich während der Urlaubsabwesenheit auch gemacht.

    Ansonsten kannst Du natürlich auch Faserballs in die Strümpfe tun, das hat bei mir schon einiges gebracht!

  • Auch wenn es nicht geschäftsfördernd ;( ist , würde ich der Feinstfiltrierung bis in den kleinen mµ Bereich keine so große Bedeutung beimessen. Ich glaube das auch schon in den Beiträgen bezüglich Trommelfilter und ähnliche Konzeptionen zum Ausdruck gebracht zu haben.

    Wichtig ist, das der Schmutz nicht so grob ist, dass er die Schlitze der Auströmer verstopft. Das kann bei einem Bogensiebfilter eigentlich nur passieren, wenn das Sieb nicht richtig dicht ist, oder der Überlauf ausgelöst wurde. Mit anderen Worten, die Beutel haben hier mehr die Funktion eines "Sicherheitsnetzes" als das sie ein wesentliches Element in der Filterkette bilden. Ich habe meinen Schwimmteich 6 Jahre nur mit einem Bogensiebfilter vorfiltriert. Erst in den letzten Jahren waren zusätzlich die verschiedensten Feinfilter zu Testzwecken angeschlossen. Viele Entwicklungen habe ich wieder verworfen bevor sie ein verkaufsfähiges Stadium erreicht hatten.

    Etwas anders ist es bei Filterketten, die über einen Filterkorb vorfiltrieren. Z.B. bei unserem fertigen Pumpenschacht. Hier macht eine feine Nachfiltrierung mehr Sinn, da die Korbmaschen mit 2-3mm etwas größer sind als die Schlitze der Auströmerrohre. Aber auch hier muss man nicht bis 100 mµ oder kleiner filtern.


    Das wir die Filterbeutel in der gegenwärtigen Ausführung im Bioflow eingebaut haben, lag einfach daran, dass es sie in dieser Form fertig zu kaufen gab. Ein eigener Test hatte auch nicht die Problematik des täglichen Reinigens aufgezeigt. Das ist kontarproduktiv und war auch nicht so gedacht. Ich habe jetzt neue Beutel produzieren lassen. Sind auch schon da. Auch die geänderten Wassereingänge sind jetzt fertig und kommen noch diese Woche in den Shop.


    Wenn bei dir im Bioflow nur wenig Schmutz ankommt, kannst die Beutel ganz weglassen. Bis 2019 hatten die Biodräns keinen eigenen Filter. Grauer Schlamm, der sich durch absterbenden Biofilm bildet, kannst du auch mit dem allerfeinsten Vorfilter nicht verhindern.


    Organisches Material baut sich im Kiesfilter wieder durch "abfaulen" ab. Das geschieht verstärkt in der Winterpause unter anaeroben Bedingungen. Mit der Rückspülung im Frühjahr entfernst du das gelöste Material.


    Fazit: die mechanische Vorfiltrierung soll den biologischen Filterbereich entlasten, und ein Verstopfen der Ausströmer verhindern. Dies sollte aber nicht in Sklavenarbeit ausarten. Es ist bei Neuentwicklungen nicht möglich alle Eventualitäten vorauszusagen. Ein bisschen Nacharbeit bleibt in der Regel immer. Dafür wird der Bioflow immer besser und bleibt auch einfach nachrüstbar.

  • Ich habe 2019 das Technikset 8 gekauft, mit Druckfilter. Dieser filtert ja auch noch einmal kleinste Partikel, die Säcke mit den Filtermedien reinige ich ca. alle 14 Tage und bin mega zufrieden. Ist das nicht eine Alternative an der man weiter arbeiten könnte?


    Das Wasser ist das ganze Jahr über glasklar geblieben. Wenn es sich etwas eingetrübt hat, wirklich nur sehr wenig, dann habe ich die Filterballs in den Druckfilter gelegt und der Spuck war nach 2, 3 Tagen vorbei.

  • ich habe keinen BSF nur 2 Vorfilter, einmal im Skimmer und einmal selbstgebaut für den Tiefenablauf, danach der Technikschacht mit Vorfilter und Druckfilter.

    an den beiden Bioflows kommt nicht sehr viel an, hab die Strümpfe nach 6 Wochen das erste Mal gereinigt, kaum etwas drin, nur sehr feines Zeug, das glaube ich die Rohre nicht verstopfen wird.

  • foto geht gerade nicht, sorry.


    ich habe einen skimmer/vorfilter hier aus dem portfolio, da sind eine reihe bürsten und dahinter eine filtermatte angeordnet, das wasser muss diese passieren um angesaugt werden zu können.

    nach dem selben prinzip habe ich eine große auer-package normkiste mit deckel als vorfilter aufgebaut. zulauf mittels 110er flansch eingeklebt/verschraubt und ablauf mit 50er flansch/schraubflansch für den pumpenanschluss. der zulauf erfolgte zunächst wie bereits beschrieben durch den tiefenablauf oder wie auch immer das jetzt heißen mag.


    da ich leider probleme mit dem wasserlevel habe bekommt der skimmer nicht genug strömung, jetzt habe ich an das rohr des tiefenablaufs einen rohrskimmer angeflanscht, der saugt ordentlich. die vorteile der absaugung aus tieferem bereich war mir nie klar, warum das ganze wasser durcheinander bringen? schmutz wird hier praktisch nichts angesaugt, der vorfilter hatte nix zu tun im vergleich zum skimmer.


    die kiste ist fast 2x so groß wie der skimmer, habe da mittels einer 90grad geknickten niroplatte einen zwangsdurchgang geformt, wasser muss da durch den spalt der mit einer profilierten Filtermatte ausgestattet ist. durch das große volumen mehr bürsten und mehr filtermatte als im skimmer.


    nachteil dieser vorfilter ist sicher der reinigungsaufwand im vergleich zu einem bsf und dass der dreck eben im filter steht und sich in partikel nach und nach lösen kann.

    ich habe neben dem technikschacht noch eine weitere auer-box in größe des technikschacht versenkt, als reserve , man weiß ja nie wie gut das system wirklich funktioniert... und mit zusätzlichen 1,2 m3 habe ich da platz für alle möglichen arten von filtern. eigentlich trage ich mich nun mit dem gedanken dort einen bsf rein zu tun. die vorfilter weg etc. aber jetzt ist mal pause, habe dieses jahr soviel geschuftet an dem projekt, brauche eine schöpferische pause :-)