Naturpool mit Pflanzenzone und Terrasse

  • Gibt es den eine Faustformel wie viel Wasser umgewälzt werden soll?


    astrofahrer

    Auf das Projekt bin ich gespannt wie es wird. Wäre cool wenn du hier mal weiter berichtest wie Stand der Dinge ist :-)


    Sehe hier aber ggf. auch das Problem, dass über den Filter- / Pflanzenbereich nicht genügend Wasser zurück fließen kann. d.h. man müsste ja generell zwei Rückläufe bauen. Einen Rücklauf der durch den Filterbereich läuft und einen der "nur" den Beckeninhalt rund pumpt. Dann kommt ja das Wasser unweigerlich ohnehin irgendwann in den Filterbereich... so die Theorie, oder? :/

  • Ich denke, und da spielt jetzt auch die Erfahrung mit meiner eigenen Infinity-Kante rein, ein BSF schafft die Wassermenge nicht, die über eine mehrere Meter lange Kante läuft - erst recht nicht wenn das Wasser z.B. bei Badebetrieb sehr unregelmäßig zuläuft! D.h., das überlaufende Wasser muss zunächst, vielleicht mit einem Sieb grob "vorgefilter" in ein Übergangsreservoire laufen (eingegrabener 1000 L Behälter?).

    Von dort gibt es zwei Abgänge: Erstens (permanent) über einen Feinfilter (BSF) ins Regenerationsbecken (Biodrain) und zweitens (bei Bedarf) direkt zurück in den Teich (Wasserfall, Fontaine, Quellstein...).

    Wenn man jetzt nicht gerade am Hang wohnt (oder sehr tief graben will), ist hierbei die Schwierigkeit, dass man das Wasser vom Reservoire in den BSF hoch pumpen muss - vom BSF kann es dann natürlich per Schwerkraft in den Biodrain gehen...

  • Ich bekomme leichte Bauchschmerzen, wenn ich mir das Bauvorhaben anschaue. In einem gechlorten Pool kann man auf eine kalkulierbare Filtertechnik zugreifen und braucht sich nur noch um die Gestaltung des Kreislaufs und der Fördermenge kümmern.

    Der Glaube, dass sich in gleicher Weise ein Naturpool kontrollieren lässt, kann bitter enttäuscht werden. Das Wasser wird man zwar klar bekommen, aber ich sehe hier auch beste Bedingungen für das Wachstum von Fadenalgen und Fleckenbildung.

    Fängt schon damit an, Dachwasser als Füllwasser zu verwenden. Ein No-go wegen der Nährstoffbelastung.

    Dann die stärkere Wasserbewegung für einen gleichmäßigen Überlauf an der langen Rinne. Das lieben die Algen. In einer Zisterne können sich schnell anaerobe Bedingungen einstellen, was zur Lösung von Nährstoffen führt. Um nur einige Problemstellen zu nennen.

    Ich sehe hier (und dies ist das Supportforum für unsere Teichtechnik) nur eine sehr geringe Schnittmenge mit unseren Filtersystemen. Wenn dann Probleme auftauchen wird nur noch darüber gesprochen und keiner sieht mehr die mögliche Ursache in der Bauweise. Für einen neuen Besucher sieht es dann so aus, als würden wir Teichtechnik verkaufen, die in der Praxis nicht funktioniert.

    Natürlich ist niemand gezwungen sich an bewährten Verfahren zu orientieren. Aber dann sollte ein Plan B in der Schublade liegen, falls die Nörgler Recht behalten.

  • Ich verstehe nicht, wieso Dachwasser als Füllwasser ein No-Go sein soll. Es wird in der Zisterne aufgefangen und bereits gefiltert. Der Filter, den das Dachwasser durchläuft hat eine Filterleistung von 0,0015 mm. Das Wasser ist somit frei von festen Stoffen.

    Wenn es regnet kommt ja auch Wasser in den Teich, was ja im Endeffekt das gleiche ist?


    Das Problem mit der Fadenalgenbildung an der Überlaufkante könnte in der Tat vorkommen. Sieht man ja öfters bei natürlichen Verläufen. Aber wenn z.B. ein Roboter regelmäßig die komplette Fläche reinigt sollte dies doch auch in den Griff zu bekommen sein, oder?


    per-erik


    wo würde der Quellstein denn sitzen? kann ja nur im Filterbereich sitzen oder? von einem Wasserfall oder eine Fontaine würde ich gerne zwecks Geräuschkulisse absehen. Generell könnte man das Wasser im Kreislauf doch auch über Düsen zurück fließen lassen oder?

  • Feinstaub ,Abgase, Vogelkot ...... all das wird von deinem Dach mit dem Wasser mitgespült . Regen fällt direkt vom Himmel , das kann man nicht vermeiden .

    So eine Überlaufkante sieht bestimmt toll aus , aber auch ich denke das die Filterung und Hydraulik hier sehr zum Problem werden können , einige Punkte wurden ja schon genannt.

    0,0015 mm ist mal ne Ansage an die ich leider auch nicht so recht glauben mag

  • Regenwasser ist in der Regel voller Schadstoffe und Dreck (Micropartikel). Wenn es regnet, kann man es halt nicht verhindern, aber Nachfüllen ausschließlich mit Regenwasser würde ich auf keinen Fall machen!


    Die Fadenalgen werden sich an der Aussenkante bilden, da wird definitiv kein Roboter hinkommen. Man kann es aber dort von Hand sehr leicht abwischen/abkratzen. Meine Erfahrung ist allerdings, dass das Problem mit Fadenalgen ultimativ woanders liegt - eine Kante oder Strömung ist bestenfalls eine Begünstigung, aber auf keinen Fall die Ursache für Fadenalgen.


    Wo der Quellstein, Wasserfall oder was auch immer sitzt, ist vollkommen egal, hauptsache das überschüssige Wasser geht nicht verloren (z.B. Überlauf in den Kanal o.Ä.).

  • Landwirt


    Die Filterleistung ist in der Tat so. Ohne Werbung machen zu wollen handelt es sich hierbei um den Textilfilter von Aquaroc. Meine Eltern haben seit 15 Jahren eine Zisterne mit diesem Filter und noch nie auch nur ein Problem mit dem Wasser gehabt. Daher wäre ja hier die Problematik "Dreck" aus der Welt geschafft.


    Bleibt weiterhin die Frage, welche Menge Umgewälzt werden muss :-) Beckeninhalt 1x täglich, 2x täglich etc. :/

  • webmaster-uk

    Nimm die Überfallformel von Poleni (beschreibt z.B. Überlauf bei einem Wehr). Einfach googeln. Setz folgende Parameter ein: Q ist Volumenstrom deiner Pumpe, μ = ~ 0.5 im Falle einer ÜL Kante, g Erdbeschleunigung, B .. Länge der ÜL Kante. Einheiten sind Meter, kg und Sekunden. Nach H auflösen und das gibt dir dann die Dicke des Wasserfilms über der Kante. In meinem Fall würde ich mit ca 20m3/h etwa 3mm Überfallhöhe erreichen.

  • @Herr Glenk: Würde nicht wagen Ihnen zu widersprechen da ich kaum Erfahrung auf dem Gebiet des Wasserbaus habe.

    Wohl haben wir auf unserem Land einen ehemaligen Feuerlöschteich ( ca 40 m2) und einen nicht mehr gebrauchten Brunnen. Da ich hier schon länger mitlese (und bei Ihnen einkaufe) habe ich mir auch Sorgen um das Algenwachstum im Bereich der Umwälzströmung gemacht. Habe daher im Teich Versuche mit drei verschiedenen Strömungsgeschwindigkeiten durchgeführt. Jeweils ca 1m2 Fläche gesäubert und mittig das Ende eines DN50 Rohres angebracht und Brunnenwasser (das auch für den Pool verwendet wird) mit verschiedenen aber gemessenen Geschwindigkeiten eingeleitet. Das lief im vergangenen Sommer über mehrere Monate und trotz einiger sommerlichen Spitzentemperaturen mit leichten Grünphasen sind auf und im Umkreis um die Musterflächen keine Algen gewachsen. Es gab/gibt wohl lokal begrenztes Algenwachstum in anderen Teilen des Teichs im ruhigen Bereich, insbesondere zwischen den Wasserpflanzen. Der Teich wurde vor 5 Jahren renoviert, eine Folie eingebracht, kein Schotter aber wohl ca 5 m2 mit Wasserpflanzen versehen. Er ist völlig chemiefrei.


    Das macht mir doch Hoffnung, dass mein Konzept (inkl Bioflow) funktionieren wird.

  • astrofahrer (hier im Forum haben wir eine formlose Sprachregelung und duzen uns)


    Ich sehe in deinen Experimenten keinen Widerspruch. Wenn ich über die Jahre eine allgemeingültige Erkenntnis gewonnen habe, dann die, dass sich Teichanlagen bei gleicher Bauweise ganz unterschiedlich verhalten können. Da gibt es einfach zu viele Einflussparameter und manche sind einem nicht einmal bewusst. Wenn man Pooltechnik 1:1 auf einen Naturpool umlegt, dann wird das ein Überraschungs-Ei.


    Durch die Fadenalgenbildung durch starke Strömung bin ich durch Zufall gestossen, als ich meine Kois beim Umbau in ein eigenes Becken ins Asyl geschickt habe. Auch aus Kundengesprächen konnte ich ähnliche Erfahrungen entnehmen. Das muss aber, wie gesagt, nicht überall zutreffen.


    Bei dir mache ich mir keine Sorgen. Anhand deiner Beiträge habe ich dass Gefühl, dass du dein Projekt gut durchdacht, bis ins Detail geplant und wo es möglich war, geprüft hast. Und zwar bevor du mit dem Bauen angefangen hast. Ich bin sicher, du hast mögliche Problemstellen im Auge und findest auch eine Lösung wenn sich die natürlichen Prozesse etwas anders entwickeln sollten als gewünscht.

  • Natürlich kannst du 46 m³ / h über die Kante laufen lassen, musst du aber nicht! Bedenke, alles was rüberläuft, muss auch wieder zurück! Und eine Pumpe, die tatsächlich (nicht nur theoretisch) 46.000 L/h um ein oder 1,5 m hochpumpt, musst du erstmal finden und die läuft dann auch nicht mit 30 W oder so... !

    Denn, wenn der Wasserlevel stimmt, läuft genau so viel über die Kante, wir du oben reinpumpst! Das kann 1 m³ sein, 10 oder 100 - je nach dem, was für eine Pumpe du betreiben willst.


    Aber wozu die Rechnerei? Mal ehrlich, bei der Infinity-Kante kommt es nicht darauf an, einen 11 m breiten zusammenhängenden Wasserfall zu haben, sondern lediglich, dass du beim Schwimmen nicht gegen einen Rand sondern bis zum Horizont gucken kannst, und dazu müsste rein theoretisch gar nichts überlaufen - das passiert erst, sobald jemand ins Wasser steigt....

  • aber wenn ich die Infinity-Kante als Skimmer nutzen will, bedarf es doch einen permanenten Fluss oder sehe ich das falsch? Das hier war die Berechnung lt. astrofahrer bei 3mm Überfallhöhe.

    Heißt ja, wenn ich auf die Hälfte gehe dann sollte es ja die Pumpe aus dem Shop auf dem Varioboard ausreichen mit 22m³/h.


    Oder macht es dann doch Sinn, sowohl Infinity-Kante und Skimmer zu haben?

    Die Infinity-Kante pumpt dann quasi einfach nur rund, heißt direkt wieder in den Pool und der Skimmer pumpt dann in den Pflanzenbereich?

    Beim Rundpumpen aus der Infinity-Kante würde natürlich auch ein Filter eingesetzt werden, wie oben schon beschrieben der Aquaroc-Filter.


    Wenn ich die Infinity-Kante nun tatsächlich nicht als permanenten Überlauf nutzen möchte, bräuchte ich ja nur ein Wasserspiegel bis zur Oberkante, wie schon von dir per-erik geschrieben. Heißt normal wird per Skimmer rund gepumpt und alles was überläuft geht in die Zisterne und wird nur wieder in den Schwimmebreich gepumpt, wenn der Wasserspiegel unter die Oberkante absinkt, aber aber bei Wind etc. wohl regelmäßig / permanent wäre.

  • Ja, genau so läuft es bei mir! Der Normalpegel liegt sogar ca. 3 cm unter der Kante, damit beim Baden nicht gleich alles wieder raus ist! Nur, wenn es länger kräftig geregnet hat, läuft der Rückfluss dauerhaft. Wenn es bei Hitze mal eine Weile nicht regnet, geht es auch mal auf 10 cm oder mehr unter die Kante runter, aber dann muss ich nachfüllen.


    Wenn man einen permanenten Überfluss hat, wird der sich noch signifikant erhöhen, sobald jemand badet. Jede noch so kleine Schwimmbewegung löst Wellen aus, die den Überfluss erhöhen. D.h., du kannst, wenn jemand schwimmt, temporär auch mit dem doppelten Überfluss rechnen... . Gut, das könnte man jetzt mit einem entsprechend großen Überlaufreservoire abfangen und je mehr der Wasserspiegel durch rausschwappen absinkt, um so weniger wird rausschwappen, aber ich denke, bei 11 m Kante wird es mit einer 1000 L Tonne als Reservoire knapp.

  • webmaster-uk : Wenn ich deine 46m3 verwende, komme ich auf einen Überfall von ca. 9 mm, das wäre mir viel zu viel. Ich versuche 3 -4 mm zu erreichen um einerseits die Ungenauigkeiten der Rinnenoberkante auszugleichen und einen guten Reinigungseffekt zu erzielen. Eigentlich hoffe ich mit noch weniger Überfall

    auszukommen. Aber die besten Rotationslaser geben nur eine Genauigkeit < +/- 1 mm auf 10m und ich habe einen ganz normalen Laser verwendet. Dazu noch andere Ungenauigkeiten wie Setzungen, etc....


    Der Sinn der ÜL Kante ist natürlich die Funktion des Skimmers zu übernehmen, daher muss ein ausreichender und kontinuierlicher Überlauf vorhanden sein. Dazu kommt noch der Effekt, dass die innenseitige leichte Schräge der ÜL Kante Wellen dämpft und eine herrliche spiegelglatte Oberfläche erzielt wird, dieser Effekt funktioniert auch ziemlich gut bei normalem Schwimmen. Wenn das nicht erwartet wird, macht eine ÜL Kante wenig Sinn und kostet nur....

  • per-erik


    Ich könnte ja noch die Fläche der Rinne mit nehmen und größer Dimensionieren, dann käme ich bei 2/3 Füllstand der Rinne zusammen mit einer 1.500 Liter Zisterne auf rund 3.200 Liter Wasserreserve bei einer zu 2/3 gefüllten Zisterne. Sollte dann ja machbar sein, oder?


    Eine Kante von ein paar cm möchte ich ja eigentlich vermeiden mit dem Gedanken der Infinity-Kante.


    astrofahrer

    habe ich dann vielleicht einen Rechenfehler? bzgl. die benötigte Anzahl an m³ ist ja Abhängig von der länger der ÜL Kante, in meinem Fall dann rund 11 Meter.


    Generell merke ich, dass die Planung durch gewisse Wünsche und Vorstellungen schon fast ein Full-Time-Job ist ^^ Abgesehen von den grauen Haaren die mir seither gefühlt wachsen :/^^

  • Ja, hab mit deinen 11 m gerechnet. Ich denke 20m3/h ist in deinem Fall mehr als ausreichend, aber nur wenn die OK der Kante gut in der Waage ist, sonst gibt es einzelne Wasserfälle.


    Ich beginn mit einem 1000l IBC Container als Schwallbecken das sollte für unseren Normalbetrieb reichen. Sollten zukünftige Enkelkinder Tsunamis erzeugen, hab ich Platz für weitere Container vorgesehen. Kritisch wird es im jetzigen Fall, wenn viel Wasser über die ÜL Rinne spritzt. Das Wasser geht verloren und muss schnell ersetzt werden damit der Pegel nicht unter die Kante sinkt. Da wäre ein grösseres Schwallbecken hilfreich. Aber da ich die elektr. Steuerung selbst entwerfe, mache ich mir wegen der schnellen Nachfüllung keine allzu grossen Gedanken....

  • also ich glaube nicht dass die kante den skimmer ersetzen kann. beim skimmer hast du ja einen schlund durch den punktuell sog entsteht und größere teile gehen da wie nix durch weil ja hier ein im querschnitt einige cm hoch wasser durchsträmt... ich könnte mir vorstellen, dass pflanzenteile etc einfach an der kante hängen bleiben und sich darin dann noch mehr dreck sammelt, weder im sinne der schönen kante noch im sinne der reinigung. wenn du allerdings 46m3 pro h darüber plätschern läßt, könnte das schon eine schöne brandung geben...aber nicht auf 11m länge

    ich würde die kante auch als optische grenze zum horizont sehen, mit überlauf na klar, aber vermutlich am besten am ende der kante den skimmer platzieren , windrichtung beachten.