Neubau Schwimmteich, Planung

  • hallo zusammen,

    möchte mich zunächst kurz vorstellen, Peter aus Wien-Umgebung, plane auf meinem Grundstück ein Schwimmteichprojekt. Ein vorhandenes Biotop, mittlererweile randvoll mit Goldfischarten, soll der neuen Oase weichen. das Biotop habe ich seit ca 12 Jahren, begann ganz normal ohne Fische, dann war die Übervölkerung durch Lurcharten zu hoch, die Kinder waren klein und wollten Fische und so begann das Übel....nach zwei Jahren war das Wasser so grün und trüb, dass es nach Schwefel roch, was diese Fische alles aushalten...habe dann eine Selbstbaufilteranlage aus drei Regentonnen gebaut, eine UVC dazugehängt und innerhalb von einer Woche habe ich den Boden gesehen. die Pflanzen, speziell Seerosen wucherten dank der Fischdüngung unfassbar, vor dem Fischbesatz kümmerten sie dahin. Oberfläche ca 50m2, tiefste Stelle 1,4 m. der Seerosenstock nimmt mittlererweile 1/4 der Fläche ein, das Tiefwasser ist praktisch nur noch Pflanztrog dafür. habe alle 3 -4 Jahre den Stock zurückgesägt, einmal 12 Scheibtruhen voll mit Wurzelrhizomen entsorgt. jetzt habe ich seit 2 Jahren einen Befall der Blätter, da ziehen irgendwelche Larven Fressspuren und sieht natürlich nicht sehr toll aus. 2 Gelbwangenschildkröten gehören auch zu den Bewohnern, soviel Seerosen können die nicht fressen wie da sind, ein paar Zwergwelse auch, dachte die würden ev. den Goldfischbestand regulieren, mittlererweile betteln die genauso um Fischfutter wie die Goldies.


    jetzt denke ich mir natürlich, wenn ich den Teich mit Fischen klar halten konnte, wird mir das wohl ohne auch gelingen?


    Leider geht es mir wie vermutlich den meisten, so viele Systeme, jeder lobt seines bis hin zur Angstmache über die der anderen.

    wäre sehr an dem Biofilter interessiert und habe meine Planung auch entsprechend begonnen. jetzt lese ich hier über Sanierung eben dieser und das möchte ich mir jedenfalls ersparen. bin jetzt Anfang 50 und fit genug um das ganze Material einzubringen, aber in ein paar Jahren alles wieder raus? gibt es da Langzeiterfahrung?

    läuft so eine Anlage auch im Winter um die anaeroben Bakterien zu vermeiden?

    mir wird zur Zeit tatsächlich stark davon abgeraten und eine Lösung mit Skimmer, Bodenauslauf und externem Filter angepriesen. mit dem externen Filter habe ich eigentlich gute Erfahrungen gemacht, zugänglich und nicht besonders komplex, wenn da was nicht passt lässt sich leicht was tauschen, Pflanzen wachsen nicht in die Leitungen etc.,


    hänge mal ein paar Bilder der Grobplanung rein. auf den Bildern nicht zu sehen die Windrichtung, hauptsächlich von rechts nach links wo der Skimmer sich befindet. das nüchterne Blatt sieht einmal rechts den Biofilter mit Ausströmung vor, im Bereich oben im Bild würde ich eine Ansaugung vom Boden auch über Drainage einbauen, so ist die Saugrichtung jeweils der Ausströmung abgewendet, Zirkulation sollte passen.


    soll ich einen Bodenablauf einplanen? wie binde ich das in die vorfilterung ein, wenn ich z.b. einen skimmerfilter vor den pumpenschacht mit vor- u feinfilter anschließe? muss ich da ein zweites vorfiltersystem einbauen?


    insgesamt kommt die Fläche auf ca 100-110m2 und ein Volumen von ca 140m3. haben hier sehr festen Boden, daher nur Aushub mit leicht schrägen Wänden im Schwimmbereich und eine etwa 05 - 0,8m hohe Holzkonstruktion als Einfassung und Abgrenzung zu den Ruhezonen (0,2-1m). den tiefen Bereich möchte ich nur mit Folie am Boden und Wänden belassen zwecks Reinigung, hier kann vielleicht irgendwann ein Roboter seinen Dienst verrichten. den seichteren Einstiegsbereich mit ca. 0,7 bis 1m Tiefe möchte ich ev. mit Polygonalplatten in Mörtel verlegen, auch leicht zu reinigen, kein Kies oder Schotter.


    bin auf eure Kommentare gespannt und danke schon jetzt mal für die Aufnahme :-)

  • Hallo Peter und herzlich willkommen hier im Forum.

    Ich hab mir auch verschiedene Systeme angeschaut und bin nun hier gelandet. Bis jetzt bin ich mehr als zufrieden mit meiner Wasserqualität und der Pflegeaufwand der ganzen Anlage hält sich bei mir sehr in Grenzen . Bilder findest du hier auch ein paar von meinem Teich .

    Nun zu deinen Fragen.

    Biofilter laufen im Winter nicht durch . Man sagt unter 10 grad Celsius findet kein biologischer Prozesse mehr statt , deswegen schalten wir über Winter ab . Der Biofilter geht in einen anaerobe Zustand . Nach dem Winter wird eine sogenannte Rückspülung des Biofilters gemacht bevor die Anlage wieder in Betrieb geht . Dadurch wird der zersetzt Mullm abgesaugt und der Filter wird wieder frisch besiedelt. Mein Teich war trotzdem glasklar über Winter obwohl nicht gefiltert wurde .

    Ich würde dir empfehlen falls noch nicht gemacht , les mal denn Ratgeber hier auf der Seite. Da erfährst du eigentlich alles was man über dieses Selbstbausystem Wissen sollte.

    Filter würde ich wieder so aufbauen wie ich es gemacht habe . Also Wandskimmer ( Windrichtung beachten )und eine Tiefenansaugung über Schwerkraftleitungen ( 100KG Rohr) zu einem Bogensiebfilter ,danach Pumpe, dann feinstfilterung und dann in denn Kiesfilter via biodrain und evtl. noch zu einem Wasserfall wenn man möchte . Bodenabläufe bringen recht wenig weil der Sog einfach zu gering ist . Besser alles was reinfällt gleich über einen anständigen Wandskimmer abziehen bevor es auf denn Boden sinkt.

    Der Kiesfilter sollte von der grösse ca. 10-20% des Schwimmbereich haben . Man sagt das man pro qm Kiesfilter ca. 300-500Liter in der Stunde pumpen soll.

    Denn Boden im Schwimmbereich würde ich wie du auch schon geschrieben hast die Folie sichtbar lassen zwecks Reinigung mit einem Roby, das passiert bei mir genauso . Der Boden muss, sollte aber Flach sein für denn Roby.

    Hoffe ein bisschen geholfen zu haben

    Grüsse Timo

  • hallo Timo und vielen Dank für die freundliche Aufnahme und detaillierte Antwort.

    ich denke ich liege dann nicht so schlecht mit meiner Planung.

    der Filter in meinem Biotop läuft auch nicht über den Winter, das Wasser ist glasklar , natürlich sieht man die unterschiedlichsten Ablagerungen und Mulm.

    was meinst du mit Feinstfilterung vor dem Biofilter? ich dachte das Sieb wäre schon sehr fein? was kommt dann noch im Biofilter an?

    Gruß

    Peter

  • Der Bogensiebfilter filtert alles über 0,3mm aus . Das ist schon sehr gut . Außerdem ist er extrem Wartungsfreundlich hat eine hohe Aufnahmekapazität und es entstehen keine Folgekosten wie z.b. bei Fließ- oder Trommelfilter.

    Nach dem Bsf hast du die Möglichkeit im neuen Biodrainverteiler nochmal fein zu filtern über Filterstrümpfe, die haben 0,1mm. Das kann dann in denn biofilter eingeleitet werden .

    Zusätzlich würde ich dir von Anfang an empfehlen denn Phosphatbindeblock mit in die Filterkette zu integrieren. Denn gibts auch hier im Shop. Ausserdem würde ich dauerhaft auch gleich die Austernschalen mit in denn Biodrainverteiler hängen . Die Sorgen automatisch für die Wasseraufhärtung.

  • hätte nun noch eine Frage zum Bau selbst.


    wie eingangs beschrieben, möchte ich den Schwimmbereich gegen den Regenerations- und Filterbereich mit einer Lärchenholzkonstruktion abgrenzen.

    gibt es Erfahrungen damit? ich habe keine Bedenken bezüglich Haltbarkeit, sondern wäre eher besorgt was den Algenbewuchs betrifft. Folie lässt sich ja wohl einfacher reinigen.


    danke

    peter

  • Hallo Peter ,

    da das Holz Unterwasser vom Sauerstoff abgeschlossen ist brauchst du dir tatsächlich keine Sorgen wegen der Haltbarkeit machen .

    Algenbewuchs äußert sich halt in jedem Teich anders. Manche haben garkein Problem , andere wieder mehr .

    Meist liegt das aber nicht an der Filterung sondern an denn eingebrachten Materialien wie z.b. denn Steinen, Filterkiese oder das Nachfüllwasser. Diese Dinge sollte man am besten im Vorfeld schon Testen .

    Sollte es aber doch zu starkem Algenbewuchs kommen gibt es z.b. die Biberbürste

    https://topteich.de/motorschrubber

    Das ist eine motorbetriebene Bürste an der auch eine absaugung angeschlossen werden kann . Bei nicht so schweren Fällen kann man leichteres Gerät einsetzen. Ich hab bei mir die spoilerbürste im Einsatz. Echt klasse das Teil .

    https://topteich.de/buerste-wall-whale-xl


    Grüsse Timo

  • kurzes update von mir.

    arbeiten und damit einhergehende planänderungen schreiten voran.

    bagger musste mangels zufahrt hochgehoben werden, war dann aber in ca 1,5 tagen fertig.

    erkenntnisse:

    der lehmig-felsige untergrund ist eine katastrophe, sind zwar formstabil, dennoch bröckelt es rundum ab. größte sorge habe ich nun wegen dem einbringen der folie, wenn da herumgestiefelt wird, brechen noch mehr kanten und fällt schießlich hinter die folie wo man das dann am vorzugsweise ebenen boden im schwimmbereich gar nicht will. habe nun beschlossen den schwimmbereich mit osb einzuschalen und eine quasi sauberschicht dahinter einzugießen. gute 4 -5 m3 beton werden dafür fällig, dann mischen wir eben doch selbst.

    folie habe ich mich nun nach dem abbau des alten biotops für epdm entschieden, eigentlich wollte ich alles pvc oliv, aber meine bestandsfolie zeigt nach 12jahren doch in einigen bereichen ermüdungserscheinungen, spröde geworden. da ich nun üfü bin, möchte ich eine lösung die mich überlebt.

    also epdm bestellt + eine plane oliv für den boden im schwimmbereich. die wände werden mit holzrahmen verkleidet.

    habe nun einen skimmerfilter und pumpenschacht + biodrain erstanden, zusätzlich verbaue ich einen bodenablauf, bzw. will ich die ansaugung über der folie hinter dem holzrahmen legen und erst beim filterschacht durch die folie gehen. so habe ich max. flexibilität mit der rohrlegung (verdeckt) und ich will mir am tiefsten punkt keinen kopf machen müssen über dichtheit ...

    den bodenablauf (oder auflauf?) werde ich über einen eigenbauvorfilter schleusen.

    teich wird ein volumen von ca. 90m3 erreichen, nach abzug von ca 20m3 schotter im biofilter entsprechend weniger wasser, also ca. 70 - 75?


    frage hier: ist eine pumpe wie hier erhältlich (20000/h?) ausreichend um beide abläufe zu bedienen, oder ist es sinnvoll eine zweite pumpe reinzutun, wäre kein großer aufwand und mit einer 50W pumpe lassen sich auch um die 8000L/h umwälzen. da ich im Schwerkraftsystem bin und Foliendurchführungen für die Rückläufe habe, ist praktisch keine Förderhöhe zu berücksichtigen. falls zwei pumpen, welche wofür? die stärkere am Skimmer oder Bodenablauf?


    bilder folgen, wenn die nächste phase geschafft ist...


    gruss

    peter

  • so....Bilder hab ich leider immer noch nicht geschafft, aber die Folie haben wir gestern reingezogen. 12,2 x 14,5 EPDM. wir waren nun auch zu sechst und es war wirklich ein Kinderspiel, na ja , für starke Kinder :-) die anfängliche Nervosität ist schnell gewichen.

    bin wirklich beeindruckt wie elastisch die Folie ist.

    leider haben wir am Terrassenrand auch nach 4x Kontrolle eine abgebrochene Schraube übersehen und uns ein Loch gerissen, mit ein wenig Glück kann ich das aber noch über die Wasserlinie ziehen.

    vor allem am Boden im Schwimmbereich hat sie sich gleich zu Beginn schön reingelegt,

    da freu ich mich besonders. In zwei Wochen kommt dann auch endlich das Holz für den Innenausbau, leider aufgrund der aktuellen Krise alles etwas verzögert...aber so ist es nun mal.

  • peter9999 Ich habe mir aus Dummheit gestern noch ein Loch mit der Flex in die Folie gemacht. Werde ich vermutlich grade nicht über die Wasserlinie ziehen können. Flickset ist bestellt :(


    Zum Glück ist das Loch an einer Stelle, wo ich auch später immer relativ leicht rankomme...


    Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche...

  • ja, da hast du leider recht, ärgerlich, weil da bestellt man sich so ein großes tuch am stück um eben keine kleberei und undichtheit zu haben...


    welches flickset hast du bestellt, ich glaub ich muss mir sowas sicherheitshalber besorgen , wer weiß was beim innenausbau noch alles anfällt...


    ich hab mir mit den schläuchen auch ins knie geschossen...hab da einen foliendichtkleber der wirklich toll haftet, dauerelastisch etc., nur wird er nicht schnell fest. hab die schläuche am filter eingeklebt, extra vorher 90grad pvc bögen eingeklebt mit tangit, damit eben keine spannung am schlauch ist beim verkleben...und trotzdem, die schläuche sind in der nacht kalt geworden, haben sich etwas gekrümmt und 4 von 5 sind aus den muffen rausgerutscht. jetzt ist alles voll kleber...damit kommt dein zitat wiederum zu tragen...

    jetzt nehm ich sikaflex, das verwende ich beim fahrzeug und sonstwo, hat mich noch nie hängen gelassen...

  • Von Firestone gibts für die Geogard Folien ein Flickset. Von Quickseam. Weiss nicht, ob ich Link auf das Produkt hier pasten darf. Sonst per PN.


    Die Schlauchanschlüsse will ich alle mit Flexmuffen machen. Stabiele PVC Stutzen reinkleben und dann mit Flexmuffen verbinden. Ob das hält weiss ich aber nicht.

  • Für mich gilt bei Teich bzw Folie bzw Kleber "das beste ist gerade gut genug".


    Indiz dafür ist das man den Kleber auch unter Wasser anwenden kann. Kann er das nicht ist es kein geeigneter.


    Ich muss spätestens nach 3 Jahren die Verklebung erneuern im Bachlauf wo der Übergang Folie /Edelstahl ist. Hab dieses Jahr im Gartenfachmarkt einen tollen Kleber gekauft der alles kann, unter Wasser war nicht angegeben. Nicht dicht :rolleyes:

  • Für mich gilt bei Teich bzw Folie bzw Kleber "das beste ist gerade gut genug".


    Indiz dafür ist das man den Kleber auch unter Wasser anwenden kann. Kann er das nicht ist es kein geeigneter.


    Ich muss spätestens nach 3 Jahren die Verklebung erneuern im Bachlauf wo der Übergang Folie /Edelstahl ist. Hab dieses Jahr im Gartenfachmarkt einen tollen Kleber gekauft der alles kann, unter Wasser war nicht angegeben. Nicht dicht :rolleyes:

    auch wenn es schmerzt, aber ja, lieber etwas mehr ausgeben. mein kleber ist ein folienkleber und kann auch unter wasser angebracht werden, nur ist die abbindezeit so bescheiden, dass die schläuche einfach durch ihr eigenes gewicht rausgezogen wurden.

    sika wird auch im bootsbau verwendet, also wirklich gute ware. wie auch immer, ich werde nun doch noch gafaband zur fixierung anbringen, ist halt schon ärgerlich. die schläuche sollen angeblich auch mit tangit verklebbar sein, frage mich nur wie man das formstabil reinbekommen soll

  • Wie klebt ihr den Schlauch in bzw durch die Folie?

    Das hört sich für mich an, wie Loch in die Folie, Schlauch durch und ankleben. Wie ihr das beschrieben habt...

    Das hält doch auf Dauer nicht.

    Gibts da nicht was Verschraubbares, oder einen speziellen Flansch wie durch eine Mauer natürlich ohne Mauerstärke?

    :/

  • also, jetzt hab ichs mit sikaflex 221 verklebt. musste die schläuche nochmal abschneiden da völlig klebrig, die paar cm sind egal. was soll ich sagen, das schmierst du drauf, schiebst es ein mit minimaler drehung und paff. einen schlauch mit gafa fixiert weil er ein bissl nach unten drückt. insgesamt schon recht eigenwillig...