Naturpool aus Beton ohne Folie

  • Unser gerade im Selbstbau befindlicher Naturpool aus Beton soll ohne Folie auskommen, weshalb ich auf Erfahrungswerte von einigen von euch hoffe.


    Die Außenmauern bestehen aus 17,5 cm dicken Schalungssteinen, mit Stahlbewehrung, die mit Beton gefüllt werden. An der Außenseite, die zum Erdreich, wollten wir zur Sicherheit einen Schwarzanstrich machen, damit keine Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen kann. Von innen soll der Poll anstatt mit Flies und Folie nur verputzt werden. Hierzu würden wir die Betonsteine gründlich mit einem hochdruckreiniger von Staub etc. befreien und anschließend die Fugen mit Dichtschlämme versiegeln, sodass hier schonmal kein Wasser eindringen kann. Anschließend planen wir alles mit einer Flüssigfolie, in 2-3 Lagen, abzudichten.


    Der hauptsächliche Grund für den Verzicht auf eine Folie ist der, dass der Pool ca. 20-25 cm über die Rasenkante ragt und somit keine Abdeckplatten von oben und den Seiten angebracht werden sollen. Des weiteren soll das Becken, knapp unterhalb der Wasserkante, schwarz gestrichen werden, um einen natürlicheren Look zu bekommen. Der Teil oberhalb der Wasserkante (ca. 15 cm) soll grau bzw. in Betonoptik werden.


    Auf den Fotos seht ihr die Planung sowie ein Beispiel aus den Internet, wie es optisch ungefähr aussehen soll.


    Ich freu mich auf den Austausch mit euch!

  • Hi und willkommen.


    Vergiss Flüssig Folie. Nimm Folie und lass dir was einfallen wegen dem Abschluss oben. Zur Not dübel eine Abschlussschiene auf die Wand die die Folie einklemmt.


    Theorie ist gut, aber nicht immer praktikabel und empfehlenswert.


    Gruß Thomas

  • Hm, euer Feedback ist ja sehr eindeutig. Danke schonmal dafür!


    Habt ihr denn schon selber Erfahrungswerte mit Flüssigfolie oder seit ihr einfach nur von der "Standardlösung" mit Folie und Vlies überzeugt?


    Kann man die Folie denn auch gut selber verschweißen oder sollte man das besser von einem Fachmann machen lassen? Wer kann sowas? Wen beauftragt man da am Besten?

  • Könnte man selber verschweißen wenn man etwas Übung hat. Da man das Ergebnis aber im Wasser gut sieht, lass es lieber machen .

    Könnte z.B. auch ein Dachdecker mit Erfahrung im Folienschweißen durchführen.

    Erfahrung mit Flüssigfolie direkt nicht, aber mit Poolanstrichen auf Chlor- Kautschukbasis. Problem ist aus meiner Sicht, daß die unterschiedlichen Baumaterialien sich bei Temperaturschwankungen unterschiedlich Verhalten und es zu feinen Rissen kommen kann. Für ein paar Jahre alles top und dann beginnen die Probleme.

  • Ich habe mir dazu jetzt nochmal einiges im Netz durchgelesen. Das mit den unterschiedlichen Materialspannungen ist natürlich nicht zu vernachlässigen. Die Flüssigfolien bieten daher natürlich eine entsprechende Dehnfähigkeit, idR. von 400%.


    Impermax soll einer der Besten Hersteller für Flüssigfolie sein. Weshalb ich wahrscheinlich bei meiner gewünschten Lösung bleiben werde, mit akribischer Berücksichtigung der Hersteller- und Verarbeitungshinweise.


    Das Gute ist ja grundsätzlich, dass man spätere kleinere Spannungsrisse ohne Probleme überstreichen kann, damit alles wieder dicht ist.


    Ich werde euch auf jeden Fall weiter auf dem Laufen halten und von meinen Erfahrungen berichten.

  • Wenn ich das richtig sehe, hast Du ja auch wie üblich einen Kiesfilter/Pflanzbereich geplant. Wenn sich da mit der Zeit bei Flüssigfolie ein Leck entwickelt, dann fängst Du bei deinem über Jahre gewachsenen Pflanzbereich wieder bei null an weil Du ausräumen musst bevor Du überstreichen kannst...

  • Folie verkleben sollte unbedingt von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Es braucht sehr viel Übung, z.B. wie die Folienbahnen am besten gelegt werden sollten, um Falten zu minimieren oder wie eine Ecke zu gestalten ist, zum anderen gibt ein Fachbetrieb i.d.R. mind. 10 Jahre Garantie auf Dichtigkeit. Damit sollten Fehler beim Verlegen ausgeschlossen sein.


    Flüssigfolie wird seit vielen Jahre standardmäßig in Badezimmern verwendet, um die Wände hinter den Fliesen abzudichten. Technologisch sollte das Zeug also ausgereift sein. Beim Teich, mit evtl. spitzen Steinen und viel Gewicht drauf, würde ich aber wohl lieber ein paar Schichten mehr auftragen. Und/oder zwischen Kies und Folie nochmal ein Vlies legen.


    Mit Dichtschlämme habe ich vor ca. fünf Jahren meine gemauerte Zisterne abgedichtet. Ich war damals skeptisch, ob ich die Zisterne nicht doch noch mit Teichfolie auskleiden muss. Bis heute ist sie aber dicht.


    Bei mir endet der Teichrand auch auf einer Seite mit einer Mauer. Die Folie ist bis auf die Mauerkrone hochgezogen. Oben drauf sind Holzbalken (durch die Folie) in die Mauer gedübelt. Ist also alles fest und kann nichts verrutschen, zudem ist die Mauerkrone von oben gegen Feuchtigkeit geschützt. Es ist allerdings jetzt die gleiche (hellgrüne) Folie unter wie über dem Wasser zu sehen.

  • Wenn ich das richtig sehe, hast Du ja auch wie üblich einen Kiesfilter/Pflanzbereich geplant. Wenn sich da mit der Zeit bei Flüssigfolie ein Leck entwickelt, dann fängst Du bei deinem über Jahre gewachsenen Pflanzbereich wieder bei null an weil Du ausräumen musst bevor Du überstreichen kannst...

    Ja genau. Es wird auf jeden Fall eine Kies-/Pflanzenzone umgesetzt.


    Aktuell habe ich mich gedanklich schon darauf eingestellt, den Pool doch mit einer Folie auszukleiden ;-) Die Kosten für die empfohlenen 3 Anstriche + Vorbehandlungen durch Dichtschlämme etc. und die möglichen Risiken, stehen ggf. doch nicht so ganz im Verhältnis.


    Das mit dem "Ausräumen" wäre aber ja bei einer defekten Folie das gleiche, oder wo liegt aus deiner Sicht der Unterschied? Zumal zum Flicken von Folien ja auch z.T. Flüssigfolie verwendet wird.

  • Das mit der Garantie auf Dichtigkeit ist natürlich ne feine Sache! Danke für den Tipp! Hier werde ich mich mal in der Umgebung schlau machen, wer sowas anbietet.


    Super, dass du konkrete Erfahrungswerte mit Dichtschlämme hast. Hast du damit auch die Innen- und/oder Außenwände des Pool abgedichtet, obwohl du hier jetzt eine Folie verwendest? Oder kann man dann darauf verzichten?

    Aktuell ist geplant die Betonwände von Außen mit einem Schwarzanstrich und ggf. noch einer zusätzlichen Noppenbahn gegen Feuchtigkeit zu schützen.

  • Unsere Teichfolie hat die Firma Mielkesteiche verlegt, die bieten mittlerweile sogar 15 Jahre Garantie auf Dichtigkeit. Nette Leute, die europaweit Teichprojekte realisieren.


    Unser Teich besteht nur aus Lehmboden, Vlies und Folie, da ist kein Beton o.Ä. drunter. Und dann natürlich die Mauer auf einer Seite. Die Mauer hat innen auch nur Vlies und Folie, außen ist sie nicht besonders geschützt, sondern einfach nur (sehr dünn) verputzt. Bis jetzt sind keine Schäden durch Feuchtigkeit sichtbar. Sie ragt auch nur ca. 50 cm aus dem Boden raus.


    Die Zisterne besteht aus einer Betonwanne, auf die mehrere Kanalringe aufgesetzt sind. Alles in allem ca. 5 m³. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich drei Lagen Dichtschlämme mit dem Quast aufgepinselt. Danach war es dicht. Ich kann das so genau sagen, weil es zunächst (nur verputzt) nämlich nicht dicht war und das Wasser durch die Kellerwand gedrückt ist (zwischen Zisterne und Kellerwand sind noch ca. 1 m Erdreich!). Seit der Dichtschlämme ist die Kellerwand wieder trocken.

  • Mit Garantie und Gewährleistung ist das halt immer so eine Sache. Grundsätzlich muß ein Handwerker bei einem „ Neubau „ fünf Jahre Gewährleistung auf seine Arbeit geben ( würde auch für einen Dachdeckerbetrieb gelten) . Die Folienhersteller geben größtenteils 15 Jahre und länger auf Dichtheit ihrer Folien. Bei EPDM sind es sogar 20 und mehr. Das können die auch aus gutem Grund, da moderne PVC Folien heutzutage über 20 Jahre halten. Das Problem sind die Schweißnähte in Verbindung mit dem Schrumpfen der Folie. Nach mehreren Jahren den Nachweis zu bringen , daß es sich um einen Materialfehler handelt, wird äußerst kompliziert, da man die Folie ja „benutzt „ hat und ggfs. auch mit Stoffen ( z.B. Peroxid ) in Kontakt gebracht hat, was nicht im Kleingedruckten steht.

    Halt immer Vorsicht mit Marketingaussagen und der Realität.

  • Wegen der Betonoptik auf der Mauerkrone: Es gibt sehr schöne Bodenfließen mit Betonoptik.

    Da kann man Folienübergänge evtl. auch etwas schöner verstecken ;)


    Ich würde das ganze auch lieber auf die "altbewährte" Folienlösung zurückgreifen. wie du shcon sagtest magpie, die Flüssigfolie geht auch ordentlich ins Geld (hatten wir uns auch mal überlegt)