Kampf wider die Fadenalge: UV-Blocker, UV-Klärer, etc.

  • Hallo,

    bin gerade am Sinnieren, wie man der Algenpest (der Faden Typus) am Besten Herr werden kann, und bin über diverse Produkte und Praktiken gestolpert:


    - Da gibt es UV-Lampen, die herumschwebende Algen abtöten sollen. Sind aber bei Fadenalgen wohl weniger effektiv, da diese nicht frei herumschwimmen, sondern eher stationär wachsen. Trotzdem müssen zumindest Teile (Sporen?) der FA frei beweglich sein, da sie immer wieder an anderen Stellen im Teich auftauchen.

    - Dann wird gesagt, dass man keine Strömungsdüsen einbauen sollte, da Wasserbewegung das Algenwachstum fördern würde (?).

    - Sonnensegel, um die UV Einstrahlung zu reduzieren. Der Teich hat es lieber, wenn er im Halbschatten liegt...

    - Und es gibt ein Wundermittel, auch Photosynthese-Blocker genannt, das man in Beutelchen irgendwo im "gut durchströmten" Bereich platziert, und das auch durch Unterdrücken von Stoffwechselfunktionen (Photosynthese) das Algenwachstum hemmen soll. Dessen Wirkung wird aber von UV Einstrahlung wieder gemindert. Macht es vielleicht deswegen Sinn, das in der "Spinne" zu platzieren - oder wäre das kontraproduktiv, da es sich ja so nur im Kiesbett ansammelt?

    - Fadenalgenvernichter (wahrscheinlich Peroxyd), das man direkt auf die Algen streut und die dann absterben. Einwirkzeit ein paar Stunden, danach ist der Effekt verpufft. Aus eigener Erfahrung sehr wirksam, aber eben immer nur eine Ein-mal-Angelegenheit, und erfordert viel Handarbeit (Algenbrei abkeschern).

    - Phosphatbinder, Granulat zum Einstreuen. Gibt zunächst unschöne weiße Flecken, scheint aber zumindest kurzzeitig zu wirken. Das gebundene Phosphat muss dann wie entfernt werden? Absaugen?

    - Algizide. Will man das wirklich?

    - Kupfer Ionen Anreicherung (T-Flow Tronic), Einbringen von Schwermetallen (?) in das Teichwasser. Aber was sind die Auswirkungen auf Kleinlebewesen im Teich? Schnecken und Muscheln sind da sehr empfindlich.

    - Diverse Formen mechanischer Filter, um den allgemeinen Nährstoffeintrag in das Teichwasser zu reduzieren. Sind je nach Ausführung mit mehr oder weniger technischem Aufwand (und Kosten) verbunden. Nachträglicher Einbau oft schwierig.

    - Osmose Anlage. Soll den Nitratgehalt verringern, oder? Was genau passiert da eigentlich?


    Wie man sieht, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, deren Wirksamkeit sich aber teils gegenseitig behindern bzw. aufheben würde oder schlichtweg ungesund sind:. z.B. ein "gut durchströmter Bereich" würde das Algenwachstum fördern, oder die UV-Lampe würde den Photosyntheseblocker zerstören, ... . Bringt es was, den Photosyntheseblocker in den Kiesfilter zu pumpen und wie wirkt er sich auf andere Unterwasserpflanzen aus? Wie stelle ich sicher, dass ich keine kritischen Grenzwerte mit den Kupferionen überschreite? Ab wann wird es ungesund? Gleiches gilt für die diversen Algizide, die es im Fachhandel zu kaufen gibt. Bringt ein spezieller Bakteriencocktail was?


    Wie seht ihr das? Was lohnt sich zu kombinieren und was geht gar nicht? Falls ihr noch andere Methoden kennt, könnt ihr die Liste gerne vervollständigen.

  • Das sind Ptobleme🙈. Du kannst natürlich viel Chemie rein kippen, hilft schnell und das Problem kommt wieder. Das Phosphat in irgend einer Form binden ist sinnvoll, dauert aber halt ( sehr ) lange.

    Die Photosyntheseblocker machen das Wasser leicht bräunlich und verhindern so das Wachstum. Ist natürlich bei einem Naturpool mit heller Folie nicht schön.

    Sinn macht das mühevolle abkeschern bzw. aufrollen der Fadenalgen ( z.B. Toilettenbürste) . Reduzierung der Phosphatbelastung mit jedem Haufen ohne Nebenwirkung.

    Es ist und bleibt Natur, bei dem einen halt mit weniger Aufwand und besseren Resultat , bei dem anderen mit mehr Aufwand undschlechterem Resultat.

    Ich hab in den ersten Jahren auch alles mögliche reingekippt und musste lange mit den Folgen kämpfen.

    Vielleicht einfach mal Ruhe bewahren und sich an dem freuen was man hat und nicht immer auf andere schauen.

  • Die Frage ist, was ist Chemie und was ist Naturprodukt? Ist eine ernst gemeinte Frage.

    Abkeschern macht Sinn, aber mit jedem Mal bleiben Rückstände zwischen den Pflanzen, die sich dort richtig festsetzen. Und bei jedem Mal Abkeschern gehen jede Menge Schwimm- und Unterwasserpflanzen mit flöten. Und irgendwann reicht Abkeschern einfach nicht mehr. Womit wir bei der letzten Aussage sind "... Ruhe bewahren und sich an dem freuen, was man hat...". Fällt schwer, wenn die gelb-grüne Algenbrühe immer dicker wird...

  • Fadenalgen sind ja nun keine gelb grüne Algenbrühe. Aber du hast schon recht.

    Aber bei Peroxyd fängt halt schon Chemie an. Und wenn du Fadenalgen damit bekämpfst, bleibt an Steinen z.B. eine blonde Alge zurück, die von der Teichbiologie abgebaut werden muß. So war es zumindest bei mir.

    Ich nehm mir immer unser Naturbad im Dorf zum Vergleich. Mehrere Millionen Bausumme, ein riesiger Eisenoxidfilter und Pflanzenfilter mit Kies über Wasserlinie. Hört sich toll an, müssen aber täglich den Robi fahren lassen, Wände schrubben und die Fadenalgen wachsen an den Einströmerdüsen. Und zu guter Letzt ist die Besucherzahl jetzt auf 1000/ Tag begrenzt.

    Also auch Probleme ohne Ende !

  • Meine Erfahrung: Wenn man die Fadenalgen nicht von Anfang an rigoros bekämpft, also Keschern, Saugen, etc., sondern gar nichts tut, wird daraus ein gelb-grüner Brei, der sogar obenauf Blasen bildet. Oben sterben sie ab (durch die natürliche UV Einstrahlung?) unten drunter wuchert es munter weiter. Spätestens dann MUSS man Chemie einsetzen, sonst kann man den Teich auch gleich zukippen! Drei Wochen Abwesenheit im Sommer reichen da schon...

  • Update


    Objekt:

    Eintopf, ca. 75 qm (Schwimmzone: 3,5x10 m, 1,5-2 m tief), (Regenerationszone: 0-80 cm tief), Skimmer mit einfacher Verteilerspinne, ohne externes Filtersystem.


    Ausgangssituation:

    Dicker Fadenalgenbrei bedeckt ca. 1/3 des Pflanzbereichs. Seerosenblätter "schaffen" es nicht mehr bis an die Oberfläche. Unterwasserpflanzen sind weitstgehend im Brei verschwunden. Selbst im Schwimmbereich bilden sich am Boden grössere Fadenalgenbollen.

    Wasser ist aber klar.


    Was wir gemacht haben:

    Fadenalgenvernichter auf die Algen gestreut, nach ein paar Stunden Einwirkzeit abgekeschert.

    Im Pflanzenbereich mit einem harten Wasserstrahl nachgeholfen, die Algenreste zwischen Schilf und anderen Pflanzen auszuspülen. Immer wieder abgekeschert.

    Die Prozedur an drei Tagen wiederholt.

    Tauchpumpe in den Schwimmbereich gehängt, um eine Rundströmung zu erzeugen.


    Resultat:

    Teich überwiegend fadenalgenfrei, vielfach aber immer noch intakte Fadenalgen zwischen anderen Wasserpflanzen sichtbar.

    Seerosenblätter bekommen dunkle Punkte und Löcher, wo Krümel des Algenvernichters draufgefallen sind. Sonst keine Veränderungen bei anderen Pflanzen zu sehen.

    Durch die Rundströmung sammeln sich alle frei schwebenden Teilchen (Algenreste) und setzten sich an einem Punkt im Schwimmbereich ab und lassen sich dort leicht absaugen.


    Was wir danach gemacht haben:

    Sonnensegel über den Teich gespannt (3 Dreiecke a 7x7x5 m).

    Phosphatbinder eingestreut.

    Beutel mit Photosystheseblocker in die Spinne gehängt.

    Strömungspumpe wieder entfernt.


    Resultat:

    keine sofortigen Resultate sichtbar.


    drei Wochen später (Urlaub) ...


    Skimmer ist durchgehend gelaufen

    Filterkorb ist alle paar Tage geleert worden

    verdunstetes Wasser ist mehrfach aufgefüllt worden

    sonst keine Aktionen


    Resultat:

    Wasser glasklar.

    Keine Fadenalgen mehr sichtbar.

    Nur noch sehr wenige Seerosenblätter vorhanden, trotzdem mehrere Blüten.

    Andere Pflanzen scheinen in Ordnung.

    Schilf ist sehr gut und dicht gewachsen.

    zwei Sonnensegel sind abgerissen (schlechte Qualität).

    Lose Ablagerungen (Mulm) im gesamten Teich.


    weitere geplante Aktionen:

    Mulm - soweit möglich - absaugen, dazu Strömungspumpe wieder reinhängen und im Pflanzbereich so viel Mulm wie möglich aufwirbeln, das sich dann in der Mitte des Schwimmbereichs absetzt und abgesaugt werden kann (dauert ca. 1/2 Tag).

    Kaputte Sonnensegel zurückschicken.

    Teich geniessen!

  • Die Sache mit dem Photosynthese-Blocker haben wir bereits hinter uns-nach knapp 4 Wochen Wirkung vorbei-er hat geholfen ohne Frage-aber in der Daueranwendung viel zu teuer. Danach Fadenalgenwucherei wie gehabt. Wir haben uns aneinander gewöhnt. Die Fadenalgen und wir.

  • An die Fadnalgen in dem Ausmaß, wie wir sie hatten, werde und will ich mich nicht gewöhnen. Eher kippe ich den Teich wieder zu... .


    Die Beschattung scheint aber zu funktionieren. Selbst die Nachbarn sagen, dass das Wasser gegenüber vor sechs Wochen viel kühler ist, Damals war es nach ein paar Tagen Sonne gleich piewarm, jetzt ist immer noch viel Sonne, aber das Wasser ist angenehm frisch.

  • Ich habe auch jahrelang auch mit Fadenalgen zu kämpfen gehabt. Habe auch vieles probiert. Algizde lösen das Problem nicht, da Phosphat im Teich bleibt, und Phosphatfilter sind nicht wirklich effektiv.

    Seit einigen Jahren dünge ich jetzt Stickstoff und Spurenelemente. Das hat damals einige Wochen gedauert, bis mein Bewuchs deutlich dichter war, dann gingen auch die Algen zurück. Seitdem wachsen meine Pflanzen wie im Dschungel und für die Algen bleibt anscheinend nicht mehr genug Phosphat über, so daß das Wachstum von Fadenalgen kein Problem mehr darstellt.


    Gruß, Usipp

  • Habe da was Neues entdeckt, das (angeblich) funktionieren soll, die Nährstoffe im Teich wirksam zu verringern: Blattsalat!

    Kommt aus dem Bereich Aquaponik. Blattgemüse "saugt" wesentlich mehr Nährstoffe auf, als irgend welche anderen (Unter-)Wasserpflanzen. Auf youtube gibt es dazu mehrere interessante Berichte.

    Ich habe mir jetzt versuchsweise ein paar schwimmende Inseln gebaut, auf denen Blattsalat wächst. Die Wurzeln hängen dabei nach unten frei im Wasser. Bin mal gespannt, ob es irgend welche bemerkbaren Resultate bringt (und wenn nicht, gibt es wenigstens frischen Salat!).

    Werde demnächst auch ein paar Bilder einstellen.


    Ein sich bereits abzeichnender und nicht zu unterschätzender Pluspunkt (der aber noch nichts mit dem Teich zu tun hat) ist, dass sich die schwimmenden Salatpflänzchen jetzt definitiv ausserhalb der Reichweite von Schnecken befinden :) !!!

  • Hi,


    hänge mich mal mit an, weil ich tatsächlich überlegt habe ein Art Bert für Salat in den Teich zu integrieren.

    Habe gelesen, dass ein reiner Schwimmteich evtl. Zu wenig Nährstoffe für Salat hat.

    Ist wohl eher in Koiteichen beliebt.


    freue mich auch über Bilder und einen Erfahrungsbericht von dir.


    LG

  • Wie immer:

    Erstens, es kommt immer anders und zweitens, als man denkt!

    Nachdem die ersten kleinen Inselchen (mit je einer Salatpflanze pro Insel) zu instabil waren und schon bei leichtem Wellengang gekentert sind, hatte ich größeres gebaut! Fünf Pflanzen auf einer 45x60 cm Styrodurplatte. Kentern tun die jetzt nicht mehr! Aber der nächste Rückschlag lässt natürlich nicht lange auf sich warten. Die munter dahintreibenden Salatpflanzen sind so nämlich den ganzen Tag über der direkten Sonne ausgesetzt! Mögen die nicht wirklich! Sehen etwas traurig aus... . Nächste Aktion, ein Sonnendach auf der Salatinsel bauen oder doch schon die komplette Beschattungsanlage für den ganzen Teich aufstellen (liegt alles noch zusammengerollt im Gartenhaus). Damit hatte ich eigentlich noch ein paar Tage warten wollen... . Na ja, warm genug ist es ja momentan!

  • Zwischenbericht zum Salat:

    Den Lollo Rosso Pflänzchen geht es nach nunmehr fünf Wochen recht gut - bis auf eine, die ist nicht wieder gekommen! Zuerst sah es so aus, als ob sie es nicht schaffen würden. Die Blätter sind verwelkt... . Dann kamen neue Blätter, die eigentlich einen recht guten Eindruck machen. Allerdings wachsen sie sehr langsam! Von den Vergleichspflanzen im Gewächshaus essen wir bereits, ist aber eine andere Sorte - einfacher grüner Blattsalat.

  • Hallo zusammen, Vielen Dank an alle in diesem Forum. Bei dem Bau unseres Naturteichs konnten wir uns viele Anregungen hier holen. Das Wasser ist nun 2-3 Wochen im Pool drin. Eine anfängliche Grünfärbung ging wieder vorüber, allerdings färbt sich das Wasser nun seit 2 Tagen wieder deutlich stärker ein. Nun die Frage: Kommt man ohne Phosphatblocker aus, oder macht es Sinn, dieses auf jeden Fall in den Teich zu geben? Im Trinkwasser, das bei uns den Pool befüllt, ist kein Phosphat enthalten.

    Unser Biofilter wird über eine Solarinselanlage betrieben. Je nach Sonnenschein läuft die Pumpe auch schon mal bis 03:30 Uhr nachts durch und beginnt ab 07 Uhr wieder. Wenn es arg bewölkt ist, hört sie auch schon mal um 22 Uhr auf. Macht das den Bakterien im Filter sehr viel aus? Habt Ihr die Pumpen alle rund um die Uhr laufen?


    Vielen Dank schon einmal für die Tips.