Bekomme Fadenalgen nicht unter Kontrolle

  • Hallo Leute,

    wir haben einen Schwimmteich mit ca. 150m3 Volumen. An zwei Seiten ist ein großer Regenerationsbereich mit Kies, wir haben keinerlei Pflanzen. Über einen gemauerten Skimmer saugen wir das Oberflächenwasser ab und pumpen es mit einer 12000er Pumpe in den Regenerationsbereich unten rein. Über einen Bypass wird ein Teil des Wassers durch einen Eisenhydroxid-Filter (25l) zum Quellstein gepumpt.

    Wir haben den Teich seit 2013 in Betrieb und waren bislang sehr zufrieden. Seit 2015 füllen wir Wasser aus einem Hausbrunnen nach.


    Seit Herbst 2016 überfallen uns Fadenalgen in Unmengen. Im Kiesbereich sind sie mit dem Kies verwachsen, wenn man sie abrecht geht ein Teil des Kieses mit. Am Boden des Teichs bilden sich watteartige Nester, die wir auch abkeschern.


    Pro Woche sind es in etwa 6-8 Eimer voll Algen, die wir laufend abkeschern.


    Wir hatten für mehre Wochen ca. 25l Eisenhydroxid zusätzlich in einem Sack im Skimmer, aber auch noch keine Besserung. Dann haben wir in Summe 600g Löschkalk in zwei Gaben im Teich zur Phosphatbindung verteilt, auch keine Besserung


    Ein Freund hat jetzt eine Wasserprobe gezogen und mit professionellen Mitteln untersucht. Folgendes Ergebnis:

    Vor Kalkung:

    NH4 0,098mg/l

    NO3 0,129mg/l

    pH 8,21

    PO4-P unterhalb Messbereich 0,05mg/l


    Nach Kalkung (ca. 3 Wochen später)

    NH4 0,03mg/l

    NO3 0,176mg/l

    pH 9,0

    PO4-P unterhalb Messbereich 0,05mg/l


    Füllwasser Brunnen

    NH4 0,094mg/l

    NO3 0,177mg/l

    pH 7,52

    PO4-P unterhalb Messbereich 0,05mg/l


    Am Phosphat sollte es somit eher nicht liegen.


    Hat wer von euch eine Idee, wo der Wurm begraben ist?


    liebe grüße

    Karl

  • Hallo,

    Das hört sich nicht gut an. Bei den ermittelten WerTen fällt mir erstmal auf, warum Phosphat unter Messbereich lag. War die Untersuchung doch nicht so professionell ? Meine Frage kommt daher, da die optimalen Werte unter 0,05 liegen müssen. Des weiteren ist der grösste Teil an Phosphat in deinen Algen gebunden.

    Ursachen dafür können im Brunnenwasser liegen, wenn der Phosphatwert nicht stimmt, es kann Einspülungen durch Regenwasser geben, Dünger der von Pflanzen kommt oder Fehler in der Einspeisung des Kiesfilters ( oder,oder,oder)

    Zu den Versuchen das Problem zu beheben ist zu sagen, 25 kg Eisenhydroxid ist was für langfristige Aktionen und der Löschkalk halt auch für einen längeren Abschnitt zur Bindung von Phosphat. Ist der Filter mal regeneriert oder ausgewechselt worden?

    Stell doch bitte mal einige Fotos ein , damit man sich ein Bild machen kann! Hatte vor zwei Jahren auch so einen worst case und hab immer noch mit den Folgen zu kämpfen.

    Letztenendes hab ich eine UVC Lampe provisorisch dazwischen gebaut und viel gedult bewiesen.

  • Hallo Karl.


    Das kann unterschiedliche Ursachen haben. Was mir als erstes auffällt an deiner Beschreibung:


    - warum so viel Eisenhydroxid? Weißt du welchen Gehalt euer Brunnenwasser hat? Insgesamt kann das ein Problem sein, auch durch Teilwasserwechsel kaum zu reduzieren.


    - hoher PH Wert. Mess den mal morgens und abends. Insbesondere würde ich hier einen Zusammenhang mit der Karbonhärte sehen. Wie hoch ist der KH Wert (und GH)?


    Warum habt ihr gar keine Pflanzen?


    Gruß

  • Hallo Karl,

    bei einem Brunnen ist so ein Messwert immer eine Momentaufnahme, der Messwert kann je nach Jahreszeit und Veränderungen im Oberflächenwasser (Felder Düngung, Herbstlaub etc.) deutlich schwanken. Da sind Leitungswasserwerte über das Jahr deutlich stabiler.


    Findet eine Aufbereitung des Wassers für den Regenerationsbereich statt? Es hört sich so an als wenn ihr das ohne großartige Vorfiltration in den Biofilter-Bereich pumpt. Der über Jahre in den Bereich zwangsläufig eingebrachte Schlamm, wird über kurz oder lang zersetzt und ungewünschte Nährstoffe freisetzen. Diese Art der Wasseraufbereitug wurde hier schon mehrfach disskutiert, Beispiele für kippende Teiche gibt es zur Genüge. Auch ich habe mich beinahe für diese einfach Lösung entschieden, wurde aber rechtzeitig vorgewarnt.


    Wie wurden die Phosphat-Werte bestimmt? Ich hoffe nicht über so einen Aquarium Tröpfchentest - die halte ich schlichtweg für zu ungenau. Ich arbeite in der Chemie, wenn verlässliche Werte für Phosphatgehalte in Abwässern bestimmt werden sollen, wird das photometrisch mit ordenlicher Kalibrierkurve gemacht... Auch sind die Werte kein Garant für einen funktionierenden Teich, sind Algen doch starke Zehrer und können einen niedrigen Wert vortäuschen...


    Grüße

    Manuel

  • Hallo Leute,

    erstmal vielen Dank für die vielen Antworten!!!!


    Zu den Messwerten:

    1. Brunnenwasser wurde auch gemessen, Werte siehe oben

    2. Der Test wurde von einem Klärwärter mit professioneller Ausstattung gemacht. Ich hatte vorher mit einem 50eur Test die Werte bestimmt und war auch auf 0 PO4 gekommen. Das hat mich zum Zweifeln gebracht und deshalb der Profi-Test


    Zu den anderen Punkten:

    1. Weil PO4 in den Algen gebunden wird Keschern wir wie die Wahnsinnigen ab, wie gesagt einige Eimer in der Woche

    2. Die eine Tranche Eisenhydroxid haben wir seit gestern wieder im Teich, die wurde eben regeneriert. Die zweite Tranche ist im Frühjahr regeneriert worden und seit dem nicht mehr

    3. Karbonathärte muss ich mir erst ansehen, aber nachdem es bei uns keinen Kalkstein gibt, gehe ich davon aus, das Karbonat niedrig ist

    4. Warum keine Pflanzen: weil sie optisch bei unserem Teich stören würden und außerdem ist Fröschefangen ohne Pflanzen wesentlich einfacher.

    Der Regenerationsbereich ist etwas überdimensioniert, wir wollten die fehlenden Pflanzen kompensieren.

    Zudem haben andere Teichbesitzer mit Pflanzen wieder ein Problem mit dem Nährstoffeintrag

    5. Warum so viel Eisenhydroxid. Weil ich bislang dachte, dass wir ein PO4 Problem haben und da das Eisenhydroxid eben hilft

    6. Es findet keine Aufbereitung nach dem Skimmer statt, das Wasser geht direkt in den Regenerationsbereich. Welche Möglichkeiten gäbe es da die Aufbereitung zu verbessern?


    Ich hoffe ich habe ein paar Infos geliefert mit denen ihr was anfangen könnt...


    lg

    Karl


    p.s. der Teich wurde gestern gekeschert, in zwei Tagen sieht es wieder ganz anders aus... nicht täuschen lassen ;-)

  • Karl,

    meiner Meinung nach liegt genau da der Hund begraben. Das Jahrelange Einpumpen des Skimmerwassers ohne Vorfiltration in den Biofilter. Zur Aufbereitung gibt es mehrere Möglichkeiten. Japan Filtermatten, Bogensiebfilter, Druckfilter...

    Ich habe eine Kombination eines Bogensiebfilters (Filterschärfe 0,3mm) mit einem Druckfilter vor der Biozone im Einsatz. Der BSF hat eine lange Standzeit und ist extrem einfach sauber zu halten. Mein Teich ist neu angelegt, aber ich kann Dir jetzt schon ein paar Schätzwerte geben. Gerade an windigen Tagen habe ich sicher 100g Dreck pro Tag (feucht) den ich mit dem Kescher aus der Schmutzsammelkammer meines BSF hole. Blüten, Blätter, Zuckmückenlarven und deren Häute, Blütenstaub, Pollen etc. Ich bin immer wieder erstaunt was da bereits im BSF hängen bleibt. Die Füllung meines Druckfilters ist in der Waschmaschine regenerierbar. Die musste ich bereits einmal waschen, da ich durch Neuanlage zu beginn ein recht hohes Algenaufkommen hatte. Das Gewicht der Filterfüllung hat mich nach etwa 4 Wochen Betrieb umgehauen! Welche Schlammmengen da ausgewaschen wurden!

    Aus meiner Sicht würde ich es wieder so machen. Mindestens eine Filterstufe. Aber nachdem was ich im Waschmaschinenglas gesehen habe, würde ich noch eine zweite feinere vor dem Biofilter einsetzen. Die Biologische Klärstufe VOR Inbetriebnahme nach dem Winter unbedingt rückspülen, das heisst das stehende Wasser absaugen und ab in den Gulli!


    An Deiner Stelle würe ich Fogendes tun:

    - entsprechende Vorfiltration nachrüsten. Schau Dir hier im Forum die Info Seiten an

    - eine ordentliche Rückspülung des Biofilters vornehmen, auch wenn das vermutlich nur wenig von dem bereits eingebrachten Schlamm entfernen wird

    - aussitzen und Algen abkäschern. Irgendwann sollte der Schlamm mal zersetzt/ausgelaugt sein. Die neue Technik sollte die Zustände dann verbessern. Das wird sicher dauern...


    Hast Du für die Drainage im Biofilter einen oder mehrere Kontrollschächte? Ansonsten könntest Du noch versuchen dort kombiniert mit dem Gartenschlauch mit Druck zu spülen und gleichzeitig abzusaugen. Auch hier würde ich aber nicht zu viel erwarten, was einmal die Drainage verlassen hat, bekommst Du nicht mehr zurück...

  • Ja so ist das...


    KH, GH und PH sind wichtige Werte. Der PH ist schon mal zu hoch. Hol dir die einfachen Streifentest, damit kannst du wenigstens in etwa sehen wo die Werte liegen.


    Ich glaube auch du musst dich davon verabschieden das der Kies sauber ist/ aussieht. Über kurz oder lang hast du da immer Algen. Reinigung geht ja auch schlecht.

    Bei mir sah es auch immer so aus, jetzt nimmer weil bei mir der Kies nun angefüllt ist bis über die Wasserlinie. Pflanzen hab ich dadurch auch nur sehr wenige und kleine. Jedenfalls keine schnellwachsenden.


    Bekannter hatte auch massiv Fadenalgen über Jahre. Als Technik nen großen Oase Filter und einen Minipflanzbereich. Jetzt hat er den Kiesfilter vergrößert und Pflanzen drin: keine Fadenalgen mehr.


    Und optisch gesehen würde ich es (auch bei euch) viel schöner finden mit Pflanzen.

  • Hallo,

    Da du auf Pflanzen verzichtest , würde ich auch den Kies ( wenn alles wieder ok ist ) über die Wasserlinie ziehen.

    Beim Rückspülen würde ich aber eine " richtige " Pumpe mit entsprechender Leistung nehmen / besorgen , damit richtig Bewegung in den Filter kommt.

    Hast du einen Kontrollschacht im Kiesfilter oder ähnliches ? Wenn ja könnte man die Leitungen noch spülen, entweder mit einen Hochdruckreiniger oder Professionell über eine Maschinengenossenschaft z.B. . Die haben grosses Gerät um Drainagezüge zu reinigen. Dann auf jeden Fall eine Vorfiltration wie schon beschrieben. Würden sich sicherlich bei deinem " Skimmer" Japanbürsten anbieten oder aber mit Kies auffüllen und tiefer absaugen.

    Zu guter Letzt halt , auch provisorisch, eine UVC einbauen, das verringert die Wartezeit enorm. Gibts für etwas über 100 Euro , da reicht irgendwas zwischen 50 und 75 Watt.

    Viel Erfolg !

  • Hallo,

    hatte vor Jahren das gleiche Problem.

    1. trübes Wasser - Lösung: durch eine Regenerationsbecken mit Pflanzen in 3-4 Tagen klasklares Wasser

    2. dann kamen die Fadenalgen eine Katastrophe Riesige Algen- Teppiche.

    Perfekte Lösung von Velda: T-Flow Tronic und UV-C Lampe Größe je nach Wassergrösse.

    Das einzige was noch kommt, sind leichte Algenablagerungen auf der Folie, die vom Roboter entfernt werden, evtl. müssen bei zu starker Verschmutzung, von Hand die Wände mit einem Radierschwamm gereinigt werden.

    Viel Erfolg


  • kotzbrocken

    Meinen Beitrag hast Du aber schon gelesen, oder? ;)


    Leute das ist doch die Bekämpfung des Symptoms, nicht der Ursache. Erst muss der Dreck raus! Solange das unter den Kies gepumpt wird, habe ich eine klare Phosphatquelle. Es gibt genügend Beispiele von Anlagen, die gänzlich ohne Pflanzen auskommen. Kommt wenig/kein Phosphat rein, muss ich auch keins raus schaffen...

  • Hallo zusammen,


    Ich habe algen-news.

    Am wochenende hab ich mich daran gemacht die teichpumpe zum absaugen des Verteilrohres im Kieskörper umzurüsten. Dazu musste ich das holzdeck zur seite schieben und siehe da. Unter dem holzdeck hat sich ein algenteppich mit einer dicke von ca. 5cm gebildet, der schon vollkommen verfault war. Der war einfach sonst nicht zu sehen. Im offenen bereich hatten wir immer abgekeschert, aber da kamen wir nicht hin.


    Jetzt habe ich den mulm abgeschöpft und die kiesoberfläche abgesaugt.


    Ich denke, dass das (hoffentlich) der wesentliche phosphateinbringer ist/war. Die nährstoffe sind mineralisiert und wurden von der pumpe im skimmer sofort in den regnerationsbereich gepumpt und von den algen dort sofort aufgenommen. Da die algen dort das phosphat gleich organisch gebunden haben, war auch im wasser kein erhöhtes phosphat festzustellen.


    Den restichen teich haben wir auch schön abgekeschert und den boden gesaugt und jetzt bin ich mal gespannt, wie sich die alten weiter entwickeln...


    Ich werde berichten!


    Danke schon mal für die zahlreichen tips und hinweise.


    Lg

    Karl

  • Hallo und willkommen hier im Forum !

    Da hat „Nitro“ schon recht, viel schlimmer hätte es nicht sein können. Mit deinem Stromverbrauch kann man 10 Teiche betreiben.

    Dein Teichbauer hat sich sehr von Koi Teichen und deren Arbeitsweise inspirieren lassen. Da ist Salzsäure , Zitronensäure etc. ganz normal.

    Wenn ich das richtig sehe, hast du einen Skimmer , zwei riesige Pumpen und diesen Jumbo Filter ohne weitere biologische Filterung. Und dann saugst du den Teich noch ab in den Filter, damit der noch mehr zu tun hat bzw noch überforderter ist.

    Läuft.....worst case würde ich behaupten.......

    Kennst du denn deine Wasserwerte und die des Füllwassers ( also ph Wert, KH , GH , Phosphat )?