Algenrasen an den Wänden meines Schwimmteiches; entfernen oder belassen?

  • Hallo liebe Schwimmteichkollegen,


    ich besitze seit dem September 2012 einen Schwimmteich der Kategorie 3. Das Wasservolumen beträgt ca. 65 m3. Die Gesamtfäche beträgt 60 m2. Der Schwimmbereich beträgt ca. 30 m2, der Regenerationsbereich ist ebenso groß bemessen. Die Tiefe im Schwimmbereich beträgt 2m. Es handelt sich um ein sog. "Eintopfsystem" von der Firma "Nothnagel" aus Darmstadt.
    Der Teich liegt inmitten eines alten Baumbestandes (Ahorne, Kiefern, Buchen, Fichten) und nach jedem Sturm entsorge ich den Bio-Müll aus dem Skimmer (täglich oder teilw. studenweise). Das klappte bisher auch sehr gut, da wir ein Laubschutznetz im Herbst über den Teich gespannt hatten. Trotzdem wehen nun bei "Winterstürmen" immer noch Blätter und Nadeln und Birkensamen in den Teich, was die Grünalgen + Fadenalgen sehr freut. Auch jetzt im Winter sehe ich noch immer aktive "Schwimmwanzen" + Libellen-Larven + zich Schnecken im Teich. Trotz meiner Teichreinigung des Bodens im Spätherbst letzten Jahres hat der Teich nun einen ca. 1 cm dicken Bodenbelag (Grün+Fadenalgen + verwesende Blätter).
    Nun meine Frage an Euch: Wann ist der optimale Zeitpunkt den Teichboden abzusaugen? Ich hatte mir einen Tapir + zuerst mit kleinem Vorfilter zugelegt. Der kleine Vorfilter war im Herbst 2012 nach ca. 5 Min. arbeit schon voll. Die dauernde Reinigung des kleinen Vorfilters dauerte länger als die eigentliche Teichreinigung + aussortieren der Libellenlarven und Schnecken. Deswegen teste ich nun den "großen Tonnen-Vorfilter von Teichmolch" im Frühjahr. Hat jemand Erfahrung damit? Ab wann kann man ihn einsetzen (schon ende Februar)?
    Weiterhin bin ich um Ratschläge bezgl. des "Algenrasens" an den Teich-Folienwänden dankbar. Es heißt immer den Boden absaugen (muss teilweise sein), und die Wände im Schwimmbereich soll man auch schrubben, damit sie sauber sind! Aber gerade dort bilden sich Bakterien-Algen-Kolonien, die auch für die Wasserqualität vielleicht wichtig sind und vom Volumen-Flächenverhältnis des Teiches nicht zu unterschätzen sind. Ich möchte gerne den ca. 0,5 -1 cm dicken Algenrasen an den Teich-Wänden (teilweise erdmodulliert) belassen. Diese Reinigung sollen Schnecken oder anderes Getier unternehmen. Sehe ich das falsch?


    Ich bitte als Neuling um Kommentare! Vielen Dank!!!


    Alex

  • Hallo Alex,


    ja, hmmm, man liest immer, gerade bei naturnahen Teichen, dass der Algenteppich wichtig ist und für Stabilität sorgt. Aber wie its me schon schreibt, was raus ist raus.... Ich denke da scheiden sich auch die Geister.
    Wieviel Arbeit man sich damit macht sollte jeder für sich entscheiden, ich persönlich finds net so schön und ich halte Wände und Boden sauber...




    Die Teichreinigung werde ich im März/April machen, also wenn die Temperaturen ansteigen. Um dann gleich die Anlage wieder anzufahren, Starterbakterien rein etc.. Was nützt eine Reinigung jetzt wenn es danach wieder 4 Wochen kalt ist?
    Den Algenwachstum über den Winter habe ich auch. Habe kein Laubschutznetz im Herbst drauf (lasse den Skimmer solang als möglich laufen) und klar fliegen bis zum Frühjahr Blätter usw. rein. Es setzt sich doch täglich Mulm usw. ab, sehe ich bei mir im Sommer trotz zum Teil täglichen Fegens....


    Gruß

  • Hallo Alex,
    die Hauptarbeit bei der Teichreinigung übernimmt der Kiesbettfilter, dessen biologisch aktive Oberfläche sehr viel größer ist, als die Oberfläche der Teichfolie. Bei einem gut funktionierenden Schwimmteich wird die Folienfläche zum Ab- oder Einbau der Nährstoffe nicht benötigt. Du solltest mal im Winter den Phosphatgehalt messen, um zu sehen, ob bei Deinem Teich eine Phosphatverminderung nicht die Probleme mit Mulm und Aufwuchs vermindern könnten. Das kann eventuell viel an Reinigungsaufwand sparen. Wichtig ist auch, im Frühjahr den Kiesbettfilter vor Inbetriebnahme der Filterpumpe rückzuspülen und das Spülwasser zu verwerfen. Falls dazu noch Fragen sind, einfach mal bei mir anrufen.
    Ob die Folie letztendlich blitzeblank oder leicht bewachsen ist, ist mehr eine Frage des persönlichen ästhetischen Empfindens. Ich als Biologe bin natürlich für einen leichten Bewuchs, der über Nährstoffreduktion in engen Grenzen gehalten wird, das ist aber nur mein ganz persönlicher Geschmack.
    Beste Grüße Peter Latzel

  • Vielen Dank für Eure Beiträge,


    zu dem Kommentar von "its me" alle Schnecken aus dem Teich zu entfernen stehe ich sehr kritisch gegenüber. Nachdem endlich mal das Eis weg ist, beobachte ich jeden Tag die "Aktivität" der ca. 100 Schnecken an den Teichwänden und sehe, dass die von den Schnecken bearbeiteten Flächen "algenfrei" sind. Schnecken bedingen nicht zwangsläufig Zeckarien im Teich, sowie eine Zecke auch nicht mit "Bourellien" infiziert sein muss. Sind nicht Schnecken wichtig für den Teich?


    Ich mache meine Bodenreinigung nun dieses Wochende (es soll 16 °C warm werden) und lasse die Teich-Wände, die voll mit Schnecken sind, erstmal in Ruhe. Nitro schreibt "Starterbakterien" im Frühjahr hinzufügen, ist sowas sinnvoll?
    Während des Winters habe ich die "Zwangsumwälzung von unten nach oben durch das Kiesbett" durchgängig angelassen (externer Pumpenschacht mit Tauchpumpen). Den Kies in der Regenerationszone kann man nur noch erahnen, da er vollkommen mit Algen (grün, braun) benetzt ist. Auch die Unterwasserpflanzen scheinen darunter zu leiden, da sie voll mit Algen sind. Soll man nun warten bis es wärmer wird und die Regenerationszone sich dann vielleicht "selbstreinigt" oder jetzt schon die Algen entfernen? Soll man überhaupt in die Regenerationszone mechanisch eingreifen? Die anderen Kies-Stein-Pflanzen-Bereiche im Teich haben kein Algenproblem (bis auf den Bachlauf).


    Grüße


    Alex

  • Hallo Alex,
    so wie Du Deinen Schwimmteich beschreibst, wollen viele Leute Ihren Teich nicht haben. Auch die starken Algenbeläge in der Regenerationszone und auf den Pflanzen sprechen für einen zu hohen Nährstoffgehalt im Teich. Die Schnecken an der Wand minimieren diesen Nährstoffgehalt nicht, es sei denn man "erntet" den Überschuß an Schnecken regelmäßig ab, und entfernt so Nährstoffe aus dem System. Ansonsten mineralisieren die Schnecken die Biomasse der Algen nur und stellen das was Sie selber nicht verbrauchen (nach weiteren Abbauprozessen) den Algen wieder als Nährstoff zur Verfügung. Ich denke , Du solltest mal über eine nachhaltige Nährstoffreduktion nachdenken. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel ein Phosphatfilter hier aus dem Shop. Genauso wichtig ist aber, die Herkunft der Phosphatquelle, die Deinen Teich belastet zu ermitteln.


    Beste Grüße Peter Latzel

  • Zitat

    zu dem Kommentar von "its me" alle Schnecken aus dem Teich zu entfernen
    stehe ich sehr kritisch gegenüber. Nachdem endlich mal das Eis weg ist,
    beobachte ich jeden Tag die "Aktivität" der ca. 100 Schnecken an den
    Teichwänden und sehe, dass die von den Schnecken bearbeiteten Flächen
    "algenfrei" sind. Schnecken bedingen nicht zwangsläufig Zeckarien im
    Teich,

    bei nur einer kugel in der 6er trommel führt das abdrücken nicht zwangsläufig zum schlimmsten ...... die wahrscheinlichkeit liegt deutlich unter 17% :D 
    trotzdem werden die wenigsten das spiel spielen .


    genauso wird jeder geistig gesunde vor dem waldspaziergang über einigermassen geeignette kleidung nachdenken , obwohl FSME durch impfung zu vermeidem und borelien mit einem antibiotikum innerhalb von 14 tagen zu besiegen sind .


    und zerkarien sind letztendlich auch nicht so schlimm wie pest oder cholera , aber es gibt sachen , die muss man nicht haben . 8o


    Zitat

    Sind nicht Schnecken wichtig für den Teich?

    ein guter schwimmteich , wie ich ihn verstehe , braucht schnecken nicht .


    die sache mit den starterbakterien halte ich auch für absolut überflüssig .

  • Guten Morgen,



    auch ich hatte am Anfang sehr viele Schnecken im Schwimmteich. Dies hat sich aber über die Jahre eingependelt und inzwischen sind es nur noch ein paar vereinzelte Schnecken. Also Ruhe bewahren :) Was den Algenrasen betrifft, dass ist wie schon gesagt reine Geschmackssache. Wenn es Überhand nimmt absaugen, wenns nur wenig ist lassen.

  • Zitat

    oder gibt es einen einfachereren weg?

    der einfachste weg ist , das wasser/den teich so belagarm zu bauen/betreiben , dass die schnecken verhungern :D


    aus eigener erfahrung weiss ich keinen guten rat , ausser die enten weghalten . war auch nicht wirklich vonöten , weil schnecken , wenn schonmal eingeschleppt , verhungert sind .


    irgendwo habe ich mal in dem zusammenhang den tip aufgeschnappt den http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Amur einzusetzen .wenn er fertig ist , könnte man ihn ja weitervermieten , nachfrage sollte es ja geben .


    inwieweit das funktioniert , weiss ich nicht , kann mir aber vorstellen , es geht .

  • Hallo Its me,
    das Problem ist, dass die Fische nur einen Teil der Nahrung in eigene Biomasse verwandeln. Der Rest geht hinten wieder raus, wird flux von Bakterien abgebaut und läßt die Algen prima wachsen. Bis der Fisch mal groß ist, hat er viel dazu beigetragen, dass die Algen prima Nährstoffe aus verdauten Schnecken bekommen. Erfolgt die Entnahme direkt aus abgeernteten Schnecken, sind diese Nährstoffe vollständig aus dem System entfernt.
    Wenn man denn einen flossentragenden Schneckenvernichter braucht, bitte keine Neozoon (Tiere aus anderen Regionen) einsetzen. Eine heimische Schleie tuts auch, und die braucht man dann auch nicht weiter zu vermieten, Schleie blau schmeckt ausgezeichnet. Böse, böse, ich weiß, aber Fischstäbchen sind auch mal im Meer rumgeschwommen.


    Beste Grüße Peter Latzel

  • Zitat

    irgendwo habe ich mal in dem zusammenhang den tip aufgeschnappt

    ausserdem sollte ich als verfechter von raus damit bekannt sein .....



    (ausser dem sternzeichen und vorliebe zum schwertfischsteak habe ich es mit fischen nicht soooo..... )

  • habe ja über den Winter entsprechend Algenwachstum unterm Eis gehabt, also Boden/Wände mit einem Flaum überzogen, abgesehen davon natürlich Laub und Dreck und Reste von Sylvesterraketen X(


    Pumpe ist jetzt wieder in Betrieb, hatte einmal grob durchgesaugt gehabt, den Rest wollte ich nach und nach machen.


    Heute folgendes beobachtet: es hat sich einiges an Algen(teppiche?) gelöst von den Wänden / Boden und schwamm als "Inseln" an der Oberfläche. Skimmermatte war schon entsprechend dicht und die Flatschen konnte ich recht bequem abkeschern...


    Frage: Wie kommt es dazu? (Hab nix gemacht am Teich)


    (Naja, von den sich liebenden Fröschen, die sich immer meinen Skimmer als Separee  :love:  aussuchen, die ich dann vom Ansaugtrakt befreien muss will ich mal nicht weiter reden. Glücklicherweise habe ich ja nach schlechten Erfahrungen ein Gitter davor gebaut. Aber die Mamakröte war so fett, komplett zu das Rohr, Stillstand....)

  • Hallo Nitro,


    scheinbar ist dein Phosphatgehalt recht hoch, so dass im Winter schwachlichtadaptierte Algen, die relativ hohe Nährstoffgehalte brauchen, wachsen können. Wenn das stört, unbedingt den Schnee auf der Eisfläche belassen und weitere Maßnahmen durchführen, damit das nächsten Winter nicht wieder passiert:


    Im Herbst Laubnetz spannen
    Möglichst alles alte Laub und alle Fadenalgen entfernen
    Während des Sommers Maßnahmen zur Phosphatreduktion betreiben
    Mal den Kies im Filter und die Dekosteine überprüfen, ob die Phosphate freisetzen könnten (Herkunft Gesteinsart)
    Filter vor Inbetriebnahme der Filterpumpe rückspülen


    Beste Grüße Peter Latzel

  • Im Herbst Laubnetz spannen
    Möglichst alles alte Laub und alle Fadenalgen entfernen
    Während des Sommers Maßnahmen zur Phosphatreduktion betreiben
    Mal den Kies im Filter und die Dekosteine überprüfen, ob die Phosphate freisetzen könnten (Herkunft Gesteinsart)
    Filter vor Inbetriebnahme der Filterpumpe rückspülen


    Beste Grüße Peter Latzel

    Hallo Peter,


    danke für deine Antwort, die wahrscheinlichen Probleme durchs Phosphat sind bekannt und höchstwahrscheinlich durch das erforderliche Nachfüllen verursacht. Aber auch bislang gut zu händeln indem immer möglichst alles rausgeholt wird was sichtbar ist/wird. Das geht aber eben nicht über 4-5 Monate während des Winters.... Schnee bleibt natürlich drauf liegen, da ich immer eine Stelle frostfrei halte ist der Teich auch nicht begehbar.
    Der Wasserverlust den ich habe ist tatsächlich verursacht durch den Bachlauf/Wasserfall.


    - Laubschutznetz halte ich (für meinen Garten) für viel zu aufwendig, teuer und unansehnlich. Ich lasse den Skimmer solange als geht in Betrieb. Das was jetzt drin liegt ist über den Winter reingeweht....
    - bis zum Wintereinbruch entferne ich Laub und Fadenalgen
    - Phospatreduktion über den Sommer, ja, hmmm, komme ich wahrscheinlich nicht gegen an, auch wegen dem Nachfüllbedarf
    - Kies ist top, kann ich als Fehlerquelle ausschließen. Habe nur Aquagran drin und es selbst vom Baggersee abgeholt. (Aquagran ist DIN-zugelassener Filterkies)
    - Filter habe ich rückgespült


    Aber, es ist ja alles eigentlich gut und der Aufwand hält sich in Grenzen. Das Wasser ist klar und ich hoffe dieses Jahr auf mehr Pflanzenwachstum usw. Hatte mich nur über die treibenden Algeninseln gewundert die sich gelöst hatten. UV ist aus und wird auch aus bleiben, hoffentlich das ganze Jahr.


    Werde dann nächsten Winter mal das Phospat-Minus einstreuen und schauen ob es was bringt.


    Gruss

  • Ich hatte jahrelang auch ein sehr starkes Algenproblem. Bis ich dann mal auf die Idee kam den eingesetzten Sandsteinschotter bzw. Sandsteine auf Phosphatfreisetzung zu untersuchen. Das Ergebnis war eindeutig: der Sandstein setzt große Mengen Phosphat frei. Nachdem ich den Schotter nun durch Diabas ersetzt habe ist das Ganze wesentlich besser geworden. Perfekt allerdings nicht, da auch noch die großen Sandsteinblöcke Phosphat freisetzen. Mein Eindruck ist, dass bei vielen Schwimmteichen das Problem genau da liegt und die eingebrachten Steine in jedem Fall als potentielle Phosphatquelle getestet werden sollten ....
    Hat irgendjemand einen Tipp, wie man das Phosphat, welches von den großen Sandsteinblöcken (die sich ja leider nicht so einfach austauschen lassen) los wird? Wie gut funktioniert Phosphat Minus? Bindet es das Phosphat schneller als die Algen es verbrauchen? Wie lange wirkt es? Und wann sollte man es am besten einsetzen? Eher im Winter, um das dann freigesetzte Phosphat zu binden? Oder muss man alle 6 Wochen neu einstreuen (wird dann ja auch ganz schön teuer...). Woraus besteht Phosphat Minus eigentlich?


    Gruß, Uli