Schwimmteich in Wiesbaden - Doku

  • Hallo zusammen,


    als aufmerksamer Leser bin ich zwar nicht neu hier, aber dies ist mein erster Post. Gleich als eigener Thread, denn ich werde versuchen, mir ab und zu die Zeit zu nehmen und über den Baufortschritt unseres Schwimmteiches zu berichten. Ich habe viele wertvolle Informationen aus diesem Forum "gezogen" und werde von Peter Latzel hier aus dem Forum beratend unterstützt (man kann seine Unterstützung für 100 Euro im Shop "einkaufen"; sehr genial) - und werde nun versuchen, hier über meine Erfahrungen zu schreiben. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen.


    Was bisher geschah


    Vor nicht ganz 4 Jahren hat es uns beruflich nach Wiesbaden verschlagen. Wir haben die Gelegenheit des Umzugs genutzt, um hier ein altes, praktisch nicht mehr bewohnbares Haus ( Bj 1958 ) zu kaufen, es teilweise abzureissen und etwas größer in Holz als Passivhaus neu aufzubauen. Hier ein Bild von dem "Objekt":



    Der Plan zeigte wie so häufig nicht die Tücken seiner Realisierung und wir hatten leider leider auch die Warnungen unserer Freunde und Verwandten vor Architekten und Handwerkern nicht ernst genug genommen. Jedenfalls verbrachten wir 9 Monate statt wie geplant 4 Wochen in einer möblierten 2-Zimmerwohnung. mussten unser ganzes Hab und Gut währenddessen unerreichbar im Container einglagern, und ich stand jeden Tag auf der Baustelle, um die Realisierung der einzelnen Gewerke zu überwachen. Trotz viel Ärger - wir wohnen heute in einem schönen und toll funktionierenden Passivhaus mit 55qm Glasflächen nach Süden hin - und freiem Blick auf unseren durch den Bau völlig ruinierten Garten.


    Das sieht dann so aus:



    Weil die Schwimmteich-Idee von Anfang an in meinem Kopf war, wollte gar keine so richtige Lust auf eine vorläufige Gestaltung der "Aussenanlagen" aufkommen. So lenkte ich mich im ersten Jahr mit einem Fahrradschuppen und einem Zaun ab, natürlich alles in Holz, und säte einfach mal den gazen Garten mit Blumenwiese. Aber keine Blume wuchs, nur Unkraut, denn der sehr bindige Boden war großflächig von LKWs, Kran, Bagger usw. verdichtet und festgefahren worden wie Beton. Beim späteren Baggern hatte ich mit einem 2,5to Gerät zeitweise Schwierigkeiten, die oberen 50cm mit der Schaufel zu durchdringen.


    Hier der Blick vom unteren Rand des Grundstücks auf die Südseite des Hauses. Zeigt sehr schön, wie das Grundstück nach allen Seiten schief ist:



    Nach anderthalb Jahren allgegenwärtig trostlosem Blick auf eine unmähbar holprige Unkrautlandschaft mit darauf gelagertem Bauholz dann der Entschluß, früher als es eigentlich vernünftig wäre (wir haben noch nicht mal überall Lampen hängen, weil ich die in LED Technik selber bauen will...), den Schwimmteich zu realisieren. Es folgten einige schlaflose Nächte mit Planen, Forum lesen, Garten horizontal und vertikal nochmal genau vermessen und die Feststellung, dass es ein schwieriges, für meine Verhältnisse sehr schwieriges Projekt werden wird. Das Grundstück neigt sich unregelmäßig und mit 2 jeweils etwa 1m tiefen Absätzen nach Süden, neigt sich insgesamt nach Osten und verläuft nach Westen hin wellig. Die 5 x 11m große Holzterrasse "schwebt" 80cm über der höchsten Stelle des Geländes, damit man ebenerdig vom Wohnzimmer auf die Terrasse kommt. Wahrscheinlich wollte man sich 1958 einfach nicht tiefer in den sehr lehmigen Boden wühlen und ließ das Kellergeschoß fast einen Meter aus dem Boden ragen.


    Trotzdem - vom Vergraben einer 1m tiefen Wurzelsperre für einen 20qm Bambushain stand der Bagger samt Zündschlüssel noch im Garten und so besorgte ich mir ein Markierspray, zeichnete die Konturen in das schiefe Grundstück und legte los. Das war vor 6 Wochen.


    Der Plan


    Eigentlich sollte ich den Teich an der tiefsten Stelle platzieren, dann läßt sich einiger Aufwand mit Stützmauern etc. vermeiden. Eigentlich. Aber unser Grundstück grenzt an einen Abhang, der 20m steil in die Tiefe führt. Von diesem Abhang müsste ich so viel Abstand halten, dass kein Platz mehr ist. Deshalb nach oben, nah an die Terrasse, und wegen des Gefälles leider leider mit sehr viel Beton und Mauerwerk.


    So sieht der Plan aus:









    • Schwimmbereich 4 x 8m, 2m tief, Höhenunterschied Gelände ca. 1,2m.
    • Regenerationsbereich 3 x 6m, 0-ca. 100cm tief
    • Separates Klärbecken 3 x 6m, 110 cm tief
    • Zier- und Fußbadeteich mit Wasserspiel direkt an der Hauptterrasse, 0,5 x 5m, ca. 50cm tief
    • Der Zierteich liegt 0,8m über der Wasseroberfläche der drei Hauptbereiche
    • kl. Wasserlauf zw. Zierteich und Klärbecken
    • Schwimmbereich und Klärbecken sind durch einen 1m breiten Kanal miteinander verbunden




    Durch einen 2m breiten und 6m langen Steg zwischen Schwimmbereich und Klärbecken soll die Anmutung einer durchgehenden Wasserfläche entstehen. Da ich wegen der Höhenunterschiede gezwungen bin, Schwimmteich, Regenerationsbereich, Klärbeet und Zierbeet mit Mauern einzufassen, entsteht zwangsläufig ein streng formaler Gesamteindruck. Wie man aber an der (energetisch optimierten) Kubatur des Wohnhauses erkennen kann, passt das ganz gut ins Gesamtbild und ich würde mich vom Typ her ohnehin eher nicht zu denen zählen, die eine Naturform nachbauen wollen.


    Dann also der Bagger:



    ...die Bodenplatte des Schwimmbereichs (10cbm Beton mittels Pumpe)



    ...und die Mauern des Schwimmbereichs:



    Die 24cm dicken Schalbetonsteine sind an den kritischen Stellen (nach Süden hin) mit je 4 senkrechten Stahlstäben pro Stein und 2 Stäben pro Lage (um die Ecke gelegt) armiert. Ich habe die gesamte Höhe der Schalsteine einschließlich des Ringankers auf der Mauerkrone (der nicht in erster Linie eine statische Funktion hat, sondern halt die gewünschten 207cm Maueröhe im südlichen Teil und 150cm im Unterwasserteil herstellt) unter einem mal gegossen (Betonpumpe). das waren genau 7 cbm. Ursprünglich wollte ich die unteren 3 Steinlagen füllen, bevor die restlichen Lagen gebaut werden, weil ein Maurermeister, den ich hin und wieder um Rat fragte, behauptete, dass die Schalsteine platzen können, wenn man die komplette Höhe auf einmal verfüllt.


    Aber das ist Blödsinn. Alles aus einem Guss, und zwar, wichtig, mit selbstverdichtendem Fliessbeton (F5), damit erreicht man die beste Bauqualität. Empfehlenswert ist es, wenn man den Mann an der Pumpe den dünneren Schlauch auflegen lässt und ihn bittet, nicht gerade Vollgas zu geben. Wir haben den Schlauch zu zweit geführt und waren innerhalb von 30 Minuten fertig.


    Hier noch ein Bild, das die Schalung der Mauerkrone zeigt:



    Da braucht man einiges an Zwingen, aber wenn man sich im Freundes- und Bekanntenkreis umhört, dann hat man die schnell beinander. Ich habe bereits 2 Std. nach dem Betonieren mit dem Ausschalen begonnen und die Kanten und Grate der Mauerkrone direkt noch mit dem Handschuh rund und glatt gemacht. Man spart sich dadurch einen unangenehmen extra Arbeitsgang vor dem Verlegen der Folie.


    Vor dem Verfüllen des "Schwimmkellers" habe ich mir lange überlegt, ob ich denn die Wände aussen abdichten soll. Bei einem Pool, der ja nicht permanent mit Wasser gefüllt ist, ist eine solche Abdichtung ein absolutes Muß, weil sonst Wasser von aussen hinter der Folie eindringen kann. Bei einem Schwimmteich gibt es die Gefahr eigentlich ja nicht, weil die Folie permanent eng an der Wand anliegt.


    Trotzdem. Da bei mir das Mauerwerk teilweise offen bleibt, habe ich alles komplett mit Zementmörtel verputzt (bzw. Alex hat das gemacht, er ist 10x schneller als ich) und dann 2 mal mit dem Quast Dichtungsschlämme aufgetragen (die ganz normale einkomponentige starre, zu 25 Euro der Sack). Dann Baufolie davor zum Schutz vor Beschädigung (keine Noppenbahn. Wofür sollte die hier gut sein? Sie verhindert nur den direkten Kraftschluß zwischen Erdreich und Wand) und auffüllen.


    Leider hat es in den vergangenen Wochen viel geregnet. Der Boden hier ist extrem lehmig. Das Verdichten mit dem 70kg Grabenstampfer aus dem Baumaschinenverleih (Rüttelplatte bringt gar nix) fühlte sich an wie Kaugummi. Nasser Boden lässt sich leider nicht verdichten. Im schlimmsten Fall müssen wir an den kritischen Stellen Kalk in den Boden einmischen (Bagger mit Siebschaufel) .


    So viel einstweilen.


    Joerg

  • Erstens: Hallo Joerg
    Zweitens : Wow :thumbsup:


    Tolles Haus hast Du da aus dem älteren Gemäuer geschaffen.


    Dein Projekt ist ja schon voll im Gange.
    Das was Du da vorhast finde ich sehr interessant und dein Vorhaben scheint sich prima in das Gesamtkunstwerk einzufügen.
    Ich wünsche dir eine erfolgreiche Bauphase mit tollem Finish.
    Weiter freue ich mich auf die nächsten Photos.


    Gerne hätte ich auch solche Vorraussetzungen vorgefunden.
    Aber evtl. beim nächsten mal ;)


    Gruß
    Hartmut

  • Hallo Jörg,


    tolles Haus gebaut!


    Tolles Schimmteich-Projekt.


    Ich freue mich das das es weiterhin Leute gibt die eine Bau-Doku einstellen. Ist ja neben allem drumherum auch Arbeit und Zeit die man investiert.


    Das mit der Beratung von Peter Latzel ist wirklich ne coole Sache, gab es bei mir noch nicht in der Form.


    Ich wünsche gutes Bau-Wetter und weiteres Gelingen :!:


    Gruß, Thomas

  • vielen Dank für die ermutigenden Rückmeldungen. Nachdem ich mich jedoch zwischenzeitlich im Garten nicht mehr bewegen kann, weil es mehrmals täglich sintflutartig regnet und ich mit den Gummistiefeln bis zu 30cm im Schlamm versinke, habe ich heute den Baubetrieb eingestellt und werde mich dem Projekt erst dann wieder zuwenden, wenn sich das Wetter grundlegend geändert hat. Interessant übrigens zu sehen, dass der Schwimmbereich auch ohne Folie ziemlich dicht ist. Das Wasser steht im Moment bereits höher als eine Europalette und steigt täglich an. Das anfängliche Abpumpen habe ich zwischenzeitlich aufgegeben, vielleicht kommen wir dann ja auf andere als die geplante Weise dieses Jahr noch zum Schwimmen.

  • Hallo joerg,


    ich hoffe und gehe schwer davon aus das Du noch auf die geplante Weise zum Schwimmen kommst ;)
    Ich würde das Wasser auch erst stehen lassen solange es nicht Überhand nimmt.


    Dein Wetter kommt bestimmt noch.
    Der Sommer ist uns noch viel schuldig.
    Ein schöner trockener Spätsommer bzw. evtl. goldener Oktober ist doch für uns eh wichtiger als das Frühjahr im dem die Natur beim Wachstum Vorrang hat .


    Gruß
    Hartmut

  • Nachdem das Wetter in den vergangenen Tagen etwas freundlicher war, konnte ich den Betonmischer anwerfen und die Fundamente für die Betonschalstein-Mauer um den Regenerationsbereich giessen.



    Auch wenns nicht danach aussieht und sich die Familie wundert, wenn am Abend nicht mehr viel mit mir anzufangen ist - 2 cbm Beton sind in diese Fundamente geflossen. Fünfeinhalb Tonnen Material. Zu zweit. Klar, es würde auch mehr gehen, aber das wäre Schinderei. Ich habe mir für dieses Projekt vorgenommen, keinesfalls mehr als 1cbm Beton alleine bzw. 2cbm zu zweit mit dem Betonmischer selber anzumachen und zu verarbeiten. Alles was drüber liegt immer Fertigbeton mit Pumpe. Finanziell ist es so, dass die Verarbeitung von Sackware (Trockenbeton, Estrichbeton) sehr teuer ist und wirklich nur dann in Frage kommt, wenn man sehr kleine Mengen benötigt. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass der Umgeng mit 30kg Säcken seehr kräftezehrend sein kann, wenn man mehr als nur mal ein Punktfundament giessen möchte. Rund 90 Säcke (zu je ca. 2,40 Euro) braucht man für einen cbm Beton. Das Mischen von Zement und 2/16 Kiessand, und der Bezug von Fertigbeton kosten jeweils ca. 80-90 Euro pro cbm. Fertigbeton ohne Pumpe geht bei mir nicht, weil die Straße zu weit weg von der Baustelle ist. Eine Pumpe kostet mit allen Nebenkosten so etwa 500 Euro, egal, ob man 1 oder 10 cbm giessen möchte. Bei mir war die Pumpe bisher zwei mal, nämlich für die Bodenplatte des Schwimmbereichs (10cbm) und für das Füllen der Betonschalsteine im Schwimmbereich (7 cbm).



    Eine Frage übrigens, die ich mit mehreren Betonbauern diskutiert hatte und die mir niemand zufriedenstellen beantworten konnte: Soll ich die Mauern des Schwimmbereichs fest mit denen des Regenerationsbereichs und der Klärzone verbinden oder soll ich sie separat lassen, damit sie Setzungsbewegungen unabhängig voneinander vollziehen können. Ich habe mich jedoch dazu entschlossen, die Mauern miteinander zu verbinden, weil sonst das Risiko besteht, dass die Folie reisst, sollte es tatsächlich zu unterschiedlichen Setzungen kommen. So stelle ich mir das zumindest in meiner Naivität vor.


    Jedenfalls, siehe Bid, habe ich die ringförmig horizontal eingelegten Rundstäbe an den Anschlusstelle herausgeführt und betoniere sie in die Anschlussmauern ein. Darüber hinaus baue ich die Mauern, die an den Schwimmbereich angeschlossen werden, L-förmig, d.h. ich stelle sie nicht auf ein Streifenfundament, sondern auf eine bewehrte Platte. Dadurch entstehen ähnliche Bedingungen wie im Schwimmbereich und die Setzungsbewegungen dürften sich angleichen. Ausserdem muß ich in diesem Bereich nach Süden hin ca. 1m Böschun abstützen, d.h. ich bauche die L-Form auch aus statischen Gründen. Auf dem Foto oben ist das ansatzweise zu erkennen: Ich habe zunächst eine 120cm breite Platte gegossen, aus der alle 25cm ein L-förmiger Rundstahl (12mm) herausragt. Dann ein Betonstreifen zu Nivellierung mit den restlichen Fundamenten. Darauf dann die Schalsteine.



    So sieht das Ganze dann von unten aus. Das Gelände hat noch nicht die finale Höhe, es fehlen noch 20-30cm Mutterboden.



    Und hier nochmal ein Überblick übers heutige Tagewerk..


    Joerg

  • Hallo joerg,


    Das die Betonpumpe bei dir pauschal abgerechnet wird finde ich gehört bald in die Kattegorie Wucher.
    Bei uns kommt die Pumpe ab 6 m³ raus und die nehmen 12 Euro je m³ extra zum Beton.


    Hast Du mal ein anderes Werk angefragt ?


    Zum bewehren der "Becken" miteinander.
    Da diese keine tragenden Bauwerke sind und auch nicht die abdichtende Funktion übernehmen müssen ist es nicht ganz so wichtig mit der Anschlussbewehrung.
    Es kommt aber u.U. zu unterschiedlichen Setzungen weil die Wassersäulen natürlich nicht gleich hoch sind.
    Um optische Risse(Schwindrisse) ,Spannungsrisse durch Frost und Setzungsrisse zu vermeiden wird üblicherweise eine bewußte Trennung verbaut durch Dehnfugen.
    Dies halte ich aber bei dir für überflüssig.
    Deine Anschlußbewehrung macht aus meiner Sicht schon Sinn weil gerade die Übergangsbereiche sensibel sind.
    Ich hätte es auch wie Du ausgeführt.


    Falls Du noch weitere intensive Betonarbeiten vor dir hast würde ich über einen kleinen Radlader nachdenken oder einen Minibagger > 5 t und mir eine Schuttmulde oder besser "Bombe" vom Bauunternehmer leihen.
    Damit könntest Du auf engstem Raum den günsdtigeren und qualitativ hochwertigeren Beton schnell auch an schlecht erreichbare Orte bewegen.
    Damit sich das Gerät finanziell lohnt evtl. ein paar Erdarbeiten mit einplanen.


    Ansonsten weiterhin gutes gelingen.
    Ich bin gespannt auf den Baufortschritt.


    Gruß
    Hartmut

  • Hallo Hartmut,
    vielen Dank für Dein Feedback. Ich werde mich bezüglich alternativer Betonpumpen schlau machen. Bei mir kam da halt immer so ein riesiges Ding mit einem Rüssel, der auch in eingeklapptem Zustand schon haushoch war.


    Danke für Deine Anmerkungen zur Bewehrung. Ich habe nicht viel Ahnung davon, denn schliesslich habe ich ja ein Holzhaus gebaut. Dafür hab ich um mich rum jede Menge "Experten" und es ist fast immer jede denkbare Meinung vertreten. Zum Beispiel dazu, dass ich auch in die Fundamente für die insgesamt nur 1,20 m hohen Mauern (-80cm bis +40cm) des Regenerationsbereichs Körbe aus Baustahlgewebe eingelegt habe. Bei einer so grossen Masse an unbewehrtem Beton wäre mir sonst einfach unwohl.
    Joerg

  • Hallo zusammen,


    erholsame Bodensee-Urlaubswochen mit viel Sonne liegen hinter uns, und auch am Schwimmteich ging es in den vergangenen Tagen wieder voran. Die Mauerarbeiten am Schwimmbereich mit angrenzender Regenerationszone sind nun abgeschlossen und das stabile Wetter nutzend habe ich zusammen mit einem Freund gleich auch noch alles mit Zementmörtel verspachtelt und die Ecken mit einem Bierflaschenradius (0,33l) versehen. Wir haben diesen Teil des Projektes komplett ohne Betonpumpe absolviert und alles vor Ort mit dem Mischer erledigt.



    Im Vordergrund zu sehen ein Teil des kleinen Zierbeckens, das direkt an die Terrasse angrenzt. Die Mauern dafür stehen schon länger. Ursprünglich wollte ich mich beim Thema "Wasser im Garten" eigentlich damit zufrieden geben.



    Hier dann der nächste Schritt: Zwischen Schwimmbereich und Klärbecken muß eine Stützmauer in L-Form betoniert werden, um die ca. 1m Höhenunterschied zwischen dem oberen und dem unteren Teil des Grundstücks zu überbrücken.


    Parallel dazu muss ich jetzt endlich mal alle Rohr-, Schlauch-, Strom- und Steuerungsleitungen in den Plan einzeichnen.


    Viele Grüße einstweilen


    Joerg

  • Hallo zusammen,
    die Winterpause war sehr sehr lang. Beruflicher Stress, schlechtes Wetter und, naja, irgendwie hatte ich die Kurve nicht gekriegt.
    Jetzt aber. In den letzten Tagen habe ich den Technikschacht ausgehoben (125 x 170, 110 tief). Von Hand natürlich, zur Einstimmung sozusagen. Dann habe ich einiges an Leitungen verlegt. Abwasser, Wasser (Leitungswasser und Zisternenwasser separat), Leitungen für die Beregnung, Strom 230V, Strom 12V, Gleichstromleitungen für die Solarpanels (der Garten soll, wenn er dann mal fertig ist, mittels Photovoltaik, Wind und Batterien 100% autark sein). WW für die Dusche etc. Werd ich dann mal in der Technikzeichnung dokumentieren und zur Verfügung stellen. Ein OpenSource Pond sozusagen ;)


    Heute habe ich ausführlich mit meinem Berater Peter Latzel telefoniert wg. Leitungsdurchmessern etc. - ist schon immer wieder ein gutes Gefühl, wenn man Mit einem Experten sprechen kann. Ist halt doch ein für mich sehr grosses Projekt.


    Aber jetzt plagt mich die Folienwahl.


    EPDM habe ich abgehakt. Damit habe ich bei mir Die Fahrradgarage abgedichtet und habe auch schon mal bei Bekannten auf dem Dach ausgeholfen. Das Vulkanisieren der EPDM Folie ist sehr viel Arbeit. Das werde ich mir für mein geometrisches Projekt nicht antun. Würde ich einen naturnah geformten Teich bauen, bei dem Falten keine Rolle spielen, dann käme sicher nichts anderes als EPDM in Frage.


    Also PVC oder FPO. Mit PVC habe ich etwas Erfahrung und besitze den Luxus eines Föhns mit Digitalanzeige, mit FPO habe ich keine Erfahrung.


    Ich habe vor, an den Innenrändern der Mauerkronen kaschierte Winkelbleche anzunieten, die Folie auf dieses Blech zu schweissen und dann über die Mauerkrone zu ziehen. 5cm Überlappung auf die Aussenwand und dort auf den Beton zu kleben.


    Nun meine Fragen:

    • faserverstärkte oder normale 1,5 mm starke Folie im Schwimmbereich? Ich habe schon mal gehört, dass nicht verstärkte Folie bei senkrechten Flächen zum Aussacken tendiert.
    • Der Teich soll pflegeleicht sein und trotzdem nicht oliv oder schwarz. Welche Farbe würdet ihr empfehlen?


    Dann noch was interessantes: Ich experimentiere derzeit mit Betonlaminat. Spezielle Betonmischungen auf Basis von Dyckerhoff Flowstone, mit alkaliresistentem Glasgewebe laminiert. Damit will ich das Zierbecken herstellen. Wandstärke 2 cm. Hat jemand Erfahrung damit?


    Neue Fotos demnächst.
    Joerg

  • Hier nun die aktuellen Fotos:



    Bis auf den Technikschacht konnte ich noch alle Betonarbeiten vor dem ersten Schnee letzten Dezember abschliessen. Ich muß nur noch im rechten becken die erdberührenden Teile innen und aussen mit Schlämme abdichten und den Boden einebnen und sanden.



    Hier der Technikschacht in Arbeit. Unten sieht man die Abwasserleitung. Sie führt unter dem rechten Pflanzbecken durch auf die Südseite des Teichs. Ich werde einen Teil des Wassers auffangen und zum giessen verwenden, den Rest versickern.
    Den Technikschacht werde ich innen schalen und aussen gegen das Erdreich betonieren. Für Schalungssteine ist mir das zu umständlich und klein.




    Grüsse
    Joerg

  • Hallo Joerg,


    nochmals ein großes LOb von mir.
    Ist doch eine tolle Sache jetzt mit dem fast fertigen Rohbau in die Saison zu starten.
    Das schlimmste liegt hinter dir !


    Zu den Folienfarben:
    Ich würde immer nur zwischen Naturgrün oder grau tendieren.
    Beide Farben vermeiden optische Einbußen durch leichten Mulmbesatz oder Schwebealgen.
    Grün ist wärmer,Grau ist edler-hat quasi einen Hauch von Bergsee.
    Oliv oder schwarz wüde ich auch nicht nehmen-ist mir persönlich zu dunkel.
    Naturgrün kann man ja auf den Photos von Ralf Glenks Artlake Seite bestaunen-www.artlake.de


    Vom Betonlaminat habe ich noch nicht gehört.
    Bin aber schwer gespannt.
    Sieh nur zu das dort der Ausblüheffekt ausbleibt durch richtige Bindemittel ,sprich Trasszement als Bindemittel.


    Freu mich auf weitere Photos und wünsche dir gutes Gelingen.


    Gruß
    Hartmut

  • Bademeister74 : Danke für Deine Empfehlungen. Ja, grau hätte schon was. Ich habe allerdings noch keine faserverstärkte 1,5mm PVC-Folie in einem mittlerem grau in dem für diesen Folientyp normalen Preisbereich (um 10 Euro) gefunden.


    Zu dem Glasfaserbeton noch was: Das interessante daran ist, dass man dünne, tragfähige Laminate herstellen kann, die keine Risse bilden. Deshalb lassen sie sich sehr einfach durch Verkieslung mit Wasserglas zuverlässig abdichten. Wasserdicht ohne Kunststoff. Als Einsatzbereiche kommen insbesondere Wasserspiele, Bachläufe, Brunnen, kleinere Pflanz- und Zierbecken, künstliche Steine oder die Randgestaltung an grösseren Teichen (zB. um eine schlanke Infinite-Kante zu formen) in Frage. Der weit und breit beste und erfahrendste Experte für Glasfaserbeton und Betonkunst, Sven Backstein, sitzt hier in der Nähe in Idstein. http://www.betoncafe.de/ . Ich werde später im Jahr bei ihm einen Kurs belegen.


    Da fürs Wochenende viel Regen angekündigt ist, habe ich die Grube für den Technikschacht abgedeckt, damit die senkrecht gegrabenen Wände nicht aufweichen und einstürzen.



    Grüsse
    Joerg

  • Trotz intensiver Recherche habe ich bisher nicht heraus gefunden, welches Vlies ich verwenden soll und wie ich es befestige. Bei einem gemauerten/betonierten Schwimmteich macht es Sinn, zumindest im Schwimmbereich, das Vlies nicht überlappend, sondern auf Stoß zu verlegen, damit man die Übergänge nicht sieht. Ausserdem will ich , analog zum Poolbau, innen an den Oberkanten der Mauern des Schwimmbereichs PVC-kaschierte Winkelbleche befestigen, an die die Folienstücke angeschweisst werden. Zuerst das Vlies verlegen, dann die Winkelbleche mit Schlagnieten befestigen. Da man für die Schlagnieten vorbohren muß, sollte das Vlies bohrfest d.h. thermisch behandelt sein, nehme ich an. Und damit sich das Vlies beim Verlegen der Folie nicht verschiebt und dadurch Falten verursacht, muß ich es auf dem Beton befestigen. Wer hat Erfahrung mit dieser Bauweise?


    - Reicht es, wenn ich das Vlies mit doppelseitigem Klebeband an den Rändern hefte?


    Die beim Poolbau häufig zum Kleben von Vlies verwendeten Dispersionskleber sind von der Herstellern für die Verwendung in permanent nassen Umgebungen ausdrücklich nicht freigegeben, denn sie tendieren zum "verseifen", d.h. sie werden instabil, zersetzen sich und bilden möglicherweise Substanzen, die das PVC der Folie angreifen können.


    Eine Alternative wäre noch, einseitig thermisch behandeltes Vlies (das Artlake Vlies hier aus dem Shop) mit der weichen Seite nach innen mit zementärem Universal-Klebespachtel vollflächig zu verkleben. Ein Test mit einem Musterstück legt nahe, dass es zwar funktionieren würde, aber sehr mühsam ist und dem Vlies einen Teil der federnden Eigenschaft wegnimmt. Die Verspachtelung müsste vollflächig und dünn sein. Die Verwendung eines Zahnspachtels würde dazu führen, dass man das Muster der Zähne später in der Folie sieht.


    - Zweite Frage: Welches Vlies?


    Muß es zwangsläufig thermisch behandeltes, also bohrfestes Vlies sein, damit man die Befestigungslöcher für die Winkelbleche anbringen kann oder kann mir jemand ein "normales" Vlies nennen, das funktioniert?


    Vielen Dank für Eure Feedbacks.


    Das aktuelle Wetter heute vormittag, 11 Uhr am 23.05.2013 in Wiesbaden: (Winter-)Gewitter, Starkregen, 6,8 Grad Plus.


    Joerg