Anwendung von Salicylsäure voll in die Hose gegangen - Wer kennt sich aus?

  • Hallo Forum,

    das ist mein letzter Versuch zum Thema Salicylsäure.


    Wir haben Salicylsäure gegen Fadenalgen in den Schwimmteich eingebracht (Tipp vom Nachbarn, bei dem es wunderbar geholfen hat). Vorher hatten wir wirklich gut die Fadenalgen abgekächert.


    Schon am Tag nach dem Einbringen der Säure trübte das Wasser sehr ein. Jetzt sieht es fürchterlich bei uns aus - durch und durch grün, die Sichttiefe beträgt kaum 30 cm. ;(


    Wir haben sofort Wassertests gemacht. Das vorher reichlich vorhandenen Nitrit und Nitrat ist nun im Normbereich. Dafür haben wir exorbitant hohe Phosphatwerte. Wir wissen nicht, wie wir das wieder in den Griff bekommen können. Ausgerechnet haben wir, dass wir 45 kg Phoshat-Minus einbringen müssten. 8| Einen Rest von 5 kg hatten wir noch, der kam auch rein, aber ich befürchte, dass da nichts zu retten ist und ein kompletter Wasseraustausch gemacht werden muss.


    Was meint ihr dazu? Wasser komplett raus?

    Welche Erfahrung habt ihr mit Salicylsäure gemacht?


    Für ein paar Infos oder Tipps wären wir wirlich sehr dankbar.

  • Hallo Ursula,

    bei den Mitteln mit Salicylsäure wird nur dieser Wirkstoff deklariert. Es gibt aber Mittel, die stark mit Phosphat angereichert sind, damit die Algen die Salicylsäure schneller aufnehmen. Diese Mittel können den Phosphatwert um ein Mehrhundertfaches erhöhen. Ich habe das selbst einmal mitgemacht und alle Phosphatsenker brachten keinen Erfolg. Wir haben auch immer wieder Kunden die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

    Inzwischen gibt es auch salicylsäurehaltige Mittel ohne Phosphat. Wir haben jetzt eines im Sortiment aufgenommen, weil es algizidfrei ist. Aber nicht ohne es vorher zu testen. Es ist tatsächlich phosphatfrei.

    Dir bleibt wohl nur der Wasserwechsel.


    Was ich nicht einschätzen kann, ist ob die reine Salicylsäure auch Phosphate im Kies freisetzen kann. Ich hatte mit meinem Kollegen Herrn Pieper darüber gesprochen. Das hat noch niemand untersucht und es gibt keine Erkenntnisse. Wir wollen das mal testen, wenn es etwas ruhiger geworden ist.

    Gruß

    Ralf Glenk

  • Hallo Ralf,

    wir hatten nicht euer Mittel verwendet. Wir hatten es vor Ort gekauft, damit es schneller geht. Der Hersteller hat scheinbar Phosphat untergemischt.:cursing:

    Dann haben wir jetzt eine Wochenendaufgabe mit der Reinigung und Neubefüllung. So sieht es jetzt aus:


    Da hilft wohl nichts mehr.

  • Update: nach einer Grundreinigung und kompletten Auslassen des Wassers mit anschließendem Neubefüllen sieht es nach 3 Wochen genau so aus wie vorher. Das Wasser ist wieder absolut dunkelgrün =O- Sichtweite max. 20 cm jetzt - Algen wachsen - nach meinem Empfinden - schlimmer und schneller als vorher.

    Was sollen wir nur tun:/?

  • Hi. Ich denke aktuell hilft wohl nur noch abwarten und für nächstes Jahr nen Phosphatbinder Block frühzeitig besorgen. Eventuell zusätzlich noch Bio Algen bekämpfen in der Form von bzw. Mit wasserfloehen.

    Damit haben einige gute Erfahrung gesammelt.

    Druecke die Daumen.

  • Hallo Ursula,

    eine Neubefüllung hat zwangsläufig wieder die Anfangstrübung zur Folge. Das muss nichts mit der ursprünglichen Phosphatbelastung durch das Algenmittel zu tun haben. Die grünen Schwebealgen verbrauchen die Nährstoffe und sterben dann ab. Das Wasser wird wieder klar. Ausser Starterbakterien würde ich nichts machen, sonst ziehst du den Prozess nur in die Länge.

  • Das Prinzip scheint mir nicht verstanden worden zu sein. Die Grüntrübung eines neu befüllten Teiches sieht nicht schön aus, ist aber positiv. Die grünen Schwebealgen nehmen die gelösten Nährstoffe im Wasser auf und wandeln sie in organische Masse um. Sobald die biologische Filteranlage (Pflanzenfilter) genügend Bakterien produziert hat, verknappen sich die Nährstoffe und die grünen Schwebealgen verhungern und sterben ab. Sie bilden eine Mulmschicht auf dem Boden und das Wasser ist wieder klar. Die Mulmschicht musst du absaugen, sonst gehen die Nährstoffe wieder in Rücklösung.

    Billiger als mit den Schwebealgen kannst du dem Wasser keine Nährstoffe entziehen. Alle wohlgemeinten Tipps sind also kontraproduktiv. Die "Helfer" zu vernichten verhilft dir zu einem optischen Vorteil, verbessert aber nicht die Wasserparameter. Daphnien können sich nicht von Phosphat ernähren.

    Das gilt aber nur für eine Neubefüllung. Grüntrübungen in einem eingefahrenen Teich sind immer ein Indiz, dass der Pflanzenfilter nicht funktioniert.

    Ich würde jetzt nur in Abständen die Phosphatwerte messen, um zu sehen ob der Wasserwechsel eine Trendwende eingeleitet hat.

  • Gestern Abend fiel mir auf, dass das Wasser wieder "durchsichtiger" wird, die Schwebalgen scheinen abzusterben. Dafür sind überall ziemlich viele andere Algen zu sehen (Fadenalgen und ähnliche).

    Leider haben wir zur Zeit keinen funktionsfähigen Roboter, der das Zeug am Boden aufnimmt (es fehlt uns an der Entschlussfreudigkeit zum Neukauf ?(, zwecks mangelnder Erfahrungswerte).


    Bislang haben wir auch nichts mehr reingekippt. So soll es auch erst mal bleiben.

    Phosphatwert gesunken von über 10 auf 2,5 (immer noch sehr hoch :(), Nitrat bei 50 :(.


    Wir überlegen fürs Frühjahr einen Umbau d. Schwimmteiches mit dann getrennten Bereichen, da wir die derzeitige aufwändige Pflege nicht beibehalten können, - aber das wird wohl ein neues Thema.

  • Beitrag von Gaindred ()

    Dieser Beitrag wurde von Ralf Glenk aus folgendem Grund gelöscht: Kopierte Textzeilen. Vermutlich Robot. ().