Schwimmteich -- Material + Fremdvergabe?

  • Hallo

    Ich berichte mal, wie ich mit Grundwasser umgegangen bin.


    Aushub wurde mit Bagger und Schürfkübel (0,2qm) gemacht. im Boden alles mit Handschachtung. Schichtweise habe ich die Erde abgetragen. War eine Schicht fertig habe ich einen neuen Graben mit einem tieferen Loch gegraben( mit 50er Drainrohr, damit das Wasser schneller fließt) wo ein eine kleine Pumpe ausgesaugt hat. Zuletzt wurde ( nach erreichen der Tiefe) ein Spatenstich ,ca25cm, eine Schicht tiefer gegraben und dann mit 16/32 Kies und drainrohr nachgefüllt. So bekam ich eine Drainageschicht. Die drainrohre mündeten in einem selbst gegossenen Betonschacht. Die dort ansaugende Pumpe bekam eine Zeitschaltuhr und saugte tagaus-tagein. Auf die Drainschicht kam eine Bau-Folie und eine Betonplatte als Sauberkeitsschicht. (Nicht dauerhaft tragfähig)

    Jetzt konnte ich in Ruhe die weiter Gestaltung machen, den wenn das Wasser steigt, stelle ich die Zeitschaltuhr um. Übrigens war im Schlauch eine Rücklaufsperre, damit die Pumpe nicht ewig neu ansaugen muss.

    Nachdem die Folie verlegt war, wurd soviel Wasser eingefüllt, das es etwas höher stand als das Grundwasser.

    Das gepumpte Wasser wurde auf dem Grundstück wieder versickert.

    Eine direkte Grundwasserabsenkung mit Abführen des Grundwassers könnte genehmigungsflichtig sein.


    Andreas

  • Hallo Kotzbrocken, Andreas,


    vielen Dank für die Rückmeldungen! Alles hilft weiter, wobei mich der anscheinend recht komplexe Umgang mit dem Grundwasser schon wieder etwas mutlos werden lässt. Sollte ich vielleicht erstmal selbst mit einem Spaten 2m tief buddeln, um zu gucken, ob sich da überhaupt was ansammelt (wobei man natürlich nicht weiß, ob bei Regen das Wasser nur von oben gekommen ist oder auch hochgedrücktes Grundwasser ist..)? Auf jeden Fall Andreas wäre es prima, wenn du vielleicht mit ner kleinen Skizze illustrieren könntest, wie du vorgegangen bist - klingt recht pragmatisch, verstanden habe ich es aber ehrlich gesagt nicht so ganz...


    Zum höheren Bodenablauf: ok, ich dachte da könnte dann höher abgelagertes Zeugs bereits abgesaugt werden. Bzgl. Bodenablauf (Effizienz, Gefährdungspotenzial) generell scheiden sich ja die Geister. Vielleicht mache ich dann statt des höheren Ablaufes lieber einen Wandablauf - da könnte ich dann, falls mit dem Bodenablauf was schief geht, diesen zustopfen / abdichten und hätte dann noch einen weiteren Ablauf in Reserve?

    Zum Höhenunterschied: ich habe halt recht viele Kinder in einer breiten Altersspannbreite (inkl. zu klein - da muss ich mir bzgl. Sicherungskonzept sowieso noch was ausdenken..) und die Idee war, eine höhere Ebene zu haben zum Bälle werfen usw. Das macht schwimmend ja nicht so viel Spaß :-)

    Die Kosten für den Aushub hab ich jetzt erstmal nur grob selber überschlagen, da steckt noch kein Angebot hinter. Werde mich mal nächste Woche mit dem GaLa-Bauer hinsetzen und erfahre dann ja, was er so kann / sich preislich vorstellt.


    Wäre super, wenn es noch Rückmeldung gäbe zu den anderen Themen: Fundamente - wo und wie // Biofilter aufsteigend oder saugend durchströmt // bin ich generell mit dem geplanten Kreislauf-/Filter-/Pumpenkonzept gut unterwegs für mein Ziel, eine gute Balance aus Wasserqualität (temporäre Eintrübung ok, aber allzuviel sollte nicht im Schwimmbereich an Zeug rumschwimmen) und Arbeitsaufwand (Filter reinigen, gelegentlich Mulm fegen / saugen und 2x pro Saison Pflanzenpflege ok, aber nicht mein halbes Wochenende dem Teich widmen) zu bekommen?

  • Hallo

    Eine Skitze kann ich versuchen. Vorab versuche ich noch eine Erklärung. Wichtig ist, das du einen kleinen Graben hast, der

    a. tiefer als die restliche Ebene ist, damit du nicht im Wasser stehst beim schaufeln.

    b. der mit einem drainrohr versehen, das Wasser zügig zu einem Punkt bringt, an dem abgepumpt wird.

    Dieses Vorgehen aber nur bei Handschachtung.

    Hast du einen Bagger zur Verfügung, kannst du den Graben mindestens zur hälfte der Tiefe herstellen und Wasser abpumpen, während du den Boden weiter abziehst. Dann Graben tiefer machen und Boden abziehen usw.


    Unser Sicherheitskonzept bestand darin, einmal rund um den Teich bis zum Badedeck Bodendecker zu pflanzen. ( unser Teich ist auch 50 cm hochgesetzt) Kotoneaster heißen die wohl. Lasser sich gut zurecht schneiden, sind bei kriechenden und halbwüchsigen Kindern nicht gerade als "Überkletterungsmöglichkeit" angesehen^^

  • So, da bin ich wieder! Die groben Erdbewegungen für die Außengestaltung sind jetzt fertig, und der GaLa-Bauer bereitet sich auf den Teichbau vor. Parallel habe ich - auch auf Basis der Rückmeldungen hier (vielen Dank dafür nochmal!) - den Plan weiter angepasst. Hier jetzt nochmal das Wesentliche zusammengefasst:


    Makrolage: unverändert - Teich in der Nordwest-Ecke des Grundstücks. Ebene Lage, mittelsandiger Boden, kein Baum im Umkreis von 15m



    Layout: etwas verändert. Geblieben sind das 2-Kammer-System (es scheint mir, dass die meisten Teichbauer hier sagen: "wenn ich nochmal was anders machen könnte, wäre das ein separates Klärbecken") sowie die 2 Niveaus im Schwimmbereich (einfach zu viele Kinder, die nicht die ganze Zeit schwimmen wollen..). Die Böschung zwischen tiefem und flachem Bereich ist weg (rutscht man ggf. runter).




    Technik. Topteich hat ja neu mein geplantes System (Zweikammern) auch als Bauanleitung. Im Prinzip möchte ich das auch so machen, nur dass bei mir der Schwimmbereich nicht in er Mitte zwischen Filterstation und Klärbereich liegt, sondern die Filterstation quasi zwischen Schwimm- und Klärbereich. Ansonsten aber recht ähnlich. Der nette Mensch von Topteich machte mich aber darauf aufmerksam, dass (insb. in meiner ursprünglichen Planung ohne die Rücklaufgarnituren) das Klärbecken deutlich höher gelegen sein müsse als das Schwimmbecken. Dass hatte ich nun gar nicht auf dem Schirm (und ist auch eigentlich kaum umsetzbar), und hoffe bei Einsatz von zwei Rücklaufgarnituren (https://topteich.de/Ruecklaufgarnitur-Pflanzenfilter) die Niveaus jetzt nur weniger cm unterschiedlich planen zu müssen. Hat jemand erfahrung mit diesen Rücklaufgarnituren? Wie viel höher würdet ihr in meinem Layout / mit meiner Technik das Klärbecken planen?


    Die Filterstation (FST 1000) wäre mit 2 Zuläufen bestückt, jeweils D110 Schwerkraft, einmal vom Rundskimmer in Südost-Lage (wg. Wind) und einmal vom bodennahen Wandablauf in Nordwest-Lage (wg. Wasserkreislauf). Abgang der Filterstation via D50 zum Pflanzenfilter (bottom-up durchströmt), Rücklauf via 2x Rücklaufgarnitur.






    Was meint ihr? Zentrale Frage für mich die Sache mit dem Niveau des Klärbeckens. Auch: Leitungslängen ok, Dimensionierung passend (1x Wandablauf, 1x Skimmer mit D110, 1x zum Pflanzenfilter mit D50, Rücklauf 2x Garnitur D110 // Pumpe: in der FST 1000 ist ja eine Vario-Pumple 9.000-20.000 enthalten)? Und natürlich alles andere, was ihr an nützlichen Hinweisen habt. In den nächsten 3-4 Wochen soll der Bodenaushub erfolgen.


    Zum Grundwasser: hier hat der GaLa-Bauer ein "Probeloch" gegraben, in dem jetzt 2m vertikales KG-Rohr steht. Da kann ich jetzt -- auch nach Regengüssen -- schauen, ob sich da was ansammelt. Bis jetzt nicht der Fall (natürlich Kunststück bei der aktuellen Niederschlagslage in NDS...)


    Vielen Dank im Voraus und Grüße

    Niko

  • Hallo Quernheim Castle


    nur mal ein kleiner Tip aus einer Erfahrung raus. Nenn das zweite Becken Regenerationsteich und nicht Klärteich.

    Bei meinem Bau damals kam das Wort Klärteich über meine Lippen und mein Gesprächspartner( städtischer Mitarbeiter Wasserbereich) fing gleich an mit: sie brauchen überhaupt erst mal eine wasserrechtliche Genehmigung, eine Baugenehmigung sowie die Änderung des Bebauungsplans für das Wohngebiet einschließlich aller weiteren Genehmigungen sowieso.

    Da wir uns beruflich schon länger kannten, meinte er dann:" Herr Hxxxx, ich glaube es ist besser wenn wir dieses Gespräch nie geführt haben. Sie wollen sicher keine illegale Kläranlage bauen;)


    das mal so am Rande


    Andreas

  • Hallo,

    schönes Projekt, aber die Sache mit dem Biotrain-Verteiler würde ich nochmal überdecken. Es gibt besser Wasserverteilböden, dadurch wir der wird der Biofilter komplett durchströmt, und somit die Filterleistung deutlich besser. Ich würde auch über den Einsatz von Zeolith im Biofilter nachdecken.

  • Hallo Alexander,

    ich kann deinen Beitrag nicht unwidersprochen stehen lassen. Wie kommst du zu der Annahme, dass der Biofilter mit dem Biodrainsystem nur unvollständig durchströmt wird? Das kannst du mir sicher erklären, wenn du hier solche Behauptungen aufstellst. Was sollen das für bessere Wasserverteilböden sein, von denen du sprichst?


    Zum Zeolith. Damit erreicht man anfangs eine sehr gute Wasserwerte. Es bindet Stickstoffe und ist porös, bietet somit viel Besiedlungsfläche. Allerdings lässt die Wirkung nach und es kann sogar zu Rücklösungen von Nährstoffverbindungen kommen. Der anfängliche Vorteil kehrt sich um. Dieses Phänomen ist häufiger bei porösen Materialien zu beobachten. Z.B. auch bei Lava. Ich vermute dass es in der offenzelligen Struktur zu einer Unterversorgung der eingeschlossenen Bakterien durch Sauerstoffabschluss kommt und anschliessend anaerobe Bakterien die eingelagerten organischen Nährstoffe wieder abbauen. Die plötzliche und hohe Nährstoffreigabe führt dann regelmäßig zu massiven Algenproblemen und im schlimmsten Fall muss das Substrat getauscht werden. Insofern gebe ich die Recht. Man muss über den Einsatz von Zeolith nachdenken.

    Gruß

    Ralf Glenk

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank schonmal für die schnellen Rückmeldungen.

    @Andreas: guter Punkt. Habe zwar nicht vor, überhaupt mit den Behörden zu sprechen, aber wenn werde ich natürlich streng auf die Begriffe achten. Kein Schwimmteich (klingt wie "swimming pool"), sondern Gartenteich. Kein Klärbecken, sondern Regenerationsbereich. Mit Flächen und Volumina müsste ich (dank Abteilung) auch unterhalb jeglicher offizieller Genehmigungserfordernisgrenzen liegen. Auch das Saunahaus ist so dimensioniert, dass es "klein genug" ist..

    Roman : danke für Info. Um wieviel liegt denn dein Regenerationsbereich höher als der Schwimmbereich (bei voller Pumpleistung)? Ich kam ja nur auf die 2 Rückläufe, um einen möglichst ungehinderten Rückfluss und damit möglichst wenig Höhenunterschiedserfordernis zu haben..

    kotzbrocken : ja, das sieht zugegebenermaßen merkwürdig aus. Kommt aber daher, dass 1) wie gesagt die Lage des Regenerationsbereiches recht fix ist (ok, wobei ich natürlich schon die Lage von Reg.bereich und Saunehaus tauschen könnte...) und 2) ich glaube, dass der Skimmer in die Ostecke sollte (Wind makroklimatisch aus West, aufgrund lokaler Geografie auch Südwest - um nicht zu nah an die Rückläufe zu kommen, daher in die Mitte). Vermutlich könnte man ihn auch noch weiter nach unten = Süden rücken, damit wäre er noch weiter weg vom Rücklauf. Und wenn sich doch Zeug in der Nordost-Ecke ansammelt weil dort hingetrieben, kann ich es dort am bequemsten wegkäschern... Aber zwischen Rücklauf und dem Wandablauf im Westen müsste es doch schon ganz gut zirkulieren, oder?


    VG

    Niko

  • So liebe Gemeinde,


    ich wollte mich nochmal für die vielen Tipps und die wertvolle Unterstützung bedanken.

    Jetzt wird's ernst -- die Bagger baggern. Die Zusammenarbeit mit dem GaLa klappt ganz gut ("Generalunternehmer", der meine Planung verfeinert hat, die meisten Arbeiten ausführt und auch die Topteich-Technik einbaut), aber ich werde bestimmt noch mit einigen Fragen wiederkommen.


    So long,

    Niko